Politik

Verletzte Polizisten in Apolda Nazi-Konzert nach Randale beendet

Die Veranstalter eines Nazi-Konzerts in Thüringen scheitern mehrfach an den Auflagen. Am Ende ist die Technik festgesetzt und ein gewünschter Ausweichort abgelehnt. Bei der Notveranstaltung verlieren einige Rechte dann die Nerven.

In Thüringen ist ein Nazi-Konzert in Apolda kurze Zeit nach dem Beginn aufgelöst worden. Dabei kam der Veranstalter offenbar nur kurz der Polizei zuvor. Diese hatte die Auflösung bereits vorbereitet: Grund seien die "massiven Ausschreitungen und Angriffe der Versammlungsteilnehmer gegenüber der Polizei", teilten die Beamten mit. Augenzeugen hatten zuvor von Flaschenwürfen berichtet. Zudem hätten die Rechtsradikalen versucht, Polizeiabsperrungen zu durchbrechen. Acht Beamte wurden leicht verletzt. Ein Reporter des MDR sprach von gut 1000 Teilnehmern, die Polizei von 700. Auch nach dem Ende der Veranstaltung dauerte die "massive Gegenwehr" an, hieß es.

Gegen die Veranstaltung hatten im Tagesverlauf immer wieder mehrere Hundert Menschen in der thüringischen Kleinstadt nahe Erfurt protestiert. Am Abend belief sich deren Zahl auf gut 700. Beide Seiten wurden durch Absperrgitter und ein großes Polizeiaufgebot voneinander getrennt. Am Abend kam auch ein Hubschrauber zum Einsatz.

Die Bürgerproteste hatten am Vormittag mit einem ökumenischen Gottesdienst begonnen. Unter den etwa 150 Gottesdienstbesuchern waren auch Ministerpräsident Bodo Ramelow sowie weitere Vertreter der Thüringer Landesregierung. Auf dem geplanten Konzertort auf dem Apoldaer Markt hatten Parteien, Verbände und ein Bürgerbündnis gegen Rechtsextremismus Informationsstände aufgebaut.

Das Rechtsrock-Treffen hatte bereits am Vortag begonnen. 750 Szeneanhänger waren zum Auftakt zu einem gut zweistündigen Konzert gekommen. Dabei wurden unter anderem sechs Anzeigen wegen des Verwendens von Abzeichen verfassungswidriger Organisationen sowie drei Anzeigen wegen des Verstoßes gegen das Versammlungsrecht aufgenommen. Gegen das Rechtskonzert protestierten etwa 100 Menschen.

Das Rechtsrock-Konzert war am Freitag von Magdala, einer Kleinstadt nahe Weimar und Jena, nach Apolda verlegt worden. Das Amtsgericht Weimar hatte den Organisatoren den Zugang zum privaten Veranstaltungsgelände über einen kommunalen Weg untersagt. Die dort aufgebaute Bühne, Technik und Toiletten dürfen sie erst am Montag abbauen. In Apolda konnten sie am Freitagabend deshalb nur eine provisorische Bühne nutzen. Aus diesem Grund wollten die Veranstalter in das rund 50 Kilometer entfernte Kirchheim umziehen, dort gibt es laut Innenministerium ein von Rechtsextremen häufig genutztes Lokal. Dies aber untersagten die Behörden ebenfalls.

Quelle: ntv.de, jwu/dpa