Schäden durch TrümmerteileNebengebäude von AKW Buschehr getroffen

Erneut schlägt bei einem Luftangriff ein Geschoss nahe dem Atomkraftwerk Buschehr ein. Ein Wachmann stirbt, ansonsten läuft die Attacke glimpflich ab. Laut IAEA tritt keine erhöhte Strahlung aus.
Der Iran hat einen weiteren Luftangriff in der Nähe des Atomkraftwerks Buschehr gemeldet. Nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Irna schlug ein Geschoss nahe dem Grenzzaun ein. Als Folge der Explosion und herumfliegender Splitter sei ein Mitarbeiter getötet und ein Nebengebäude des Kraftwerks beschädigt worden.
Nach Angaben der Agentur sind keine Schäden an den Hauptbereichen des Kraftwerks entstanden. Der Betrieb sei nicht beeinträchtigt.
Nach Angaben der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) gibt es keine erhöhten Strahlungswerte. Die IAEA bestätigte auf X, dass ein Wachmann durch Splitter ums Leben gekommen sei. Die IAEA erklärt, dass die Schäden durch Druckwellen und Trümmerteile entstanden seien. IAEA-Direktor Rafael Grossi erklärte, er sei zutiefst besorgt über den Vorfall. Er betonte, dass Atomkraftwerke und deren Umgebung niemals angegriffen werden dürften, um nukleare Unfälle zu vermeiden.
Anlage liefert seit 2011 Strom
Der Iran hatte zuletzt am Samstag vergangener Woche den Einschlag eines Projektils auf dem Gelände des Atomkraftwerks Buschehr gemeldet. Insgesamt ist es seit Kriegsbeginn Ende Februar der vierte Einschlag eines Geschosses nahe dem AKW beziehungsweise auf dessen Gelände.
Die Atomanlage, das einzige iranische Kernkraftwerk, liegt etwa 760 Kilometer südlich von Teheran am Persischen Golf. Sein Reaktor russischer Bauart liefert seit 2011 Strom. Der staatliche russische Atomkonzern Rosatom baut derzeit einen zweiten Reaktorblock.
Nach Einschätzung der IAEA ist der Iran das einzige Land ohne eigene Atomwaffen, das Uran auf 60 Prozent anreichert. Westliche Staaten werfen dem Iran seit Jahren vor, nach Atomwaffen zu streben, was Teheran bestreitet. US-Präsident Donald Trump bezeichnete das iranische Atomprogramm als einen der Gründe für den Iran-Krieg.