Gefechte mit Hisbollah dauern anNetanjahu befiehlt trotz Waffenruhe massive Angriffe im Libanon

Israelische Truppen halten große Teile des Libanon besetzt und liefern sich Gefechte mit der pro-iranischen Hisbollah. Die Lage für die Zivilbevölkerung ist dramatisch: Über eine Millionen Menschen sind auf der Flucht, die UN sieht Anzeichen für israelische Kriegsverbrechen.
Der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu hat neue Angriffe auf die Hisbollah angeordnet. Der Ministerpräsident habe der Armee Anweisung erteilt, "Hisbollah-Ziele im Libanon mit Nachdruck anzugreifen", erklärte sein Büro. Weitere Details werden in der Mitteilung nicht genannt.
Die israelische Armee hatte zuvor gemeldet, Hisbollah-Kämpfer hätten Soldaten in der Region Kantara mit Drohnen angegriffen. Im Süden des Libanon habe die Armee zudem "mehr als 15 Terroristen eliminiert", schreibt die Armee. Man habe ein Hisbollah-Waffenversteck mit Panzer-Abwehrraketen und Kalaschnikow-Gewehren entdeckt.
Libanesischen Angaben wurden zuvor vier Menschen bei israelischen Angriffen im Südlibanon getötet. Seit Beginn der israelischen Angriffe und des Einmarsches ins Nachbarland wurden mehr als 2500 Menschen im Libanon getötet und über eine Million Menschen vertrieben. Das UN-Menschenrechtsbüro sieht Anzeichen für israelische Kriegsverbrechen und hat "zahlreiche tödliche Angriffe auf Gesundheitspersonal und Journalisten dokumentiert".
US-Präsident Donald Trump hatte am Donnerstag eine Verlängerung der Waffenruhe für den Libanon um drei Wochen bekanntgegeben. Israel und die pro-iranische Hisbollah-Miliz setzten ihre gegenseitigen Angriffe jedoch fort.
Der Libanon war Anfang März in den Iran-Krieg hineingezogen worden. Als Reaktion auf die Tötung des obersten iranischen Führers Ali Chamenei feuerte die von Teheran unterstützte Hisbollah Raketen auf Israel ab. Israel flog daraufhin massive Angriffe auf Teile des Libanon und schickte Bodentruppen über die Grenze.
Am 16. April verkündete Trump eine zehntägige Waffenruhe im Libanon, die der US-Präsident dann kurz vor ihrem Auslaufen um drei Wochen verlängerte.