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Mutmaßlicher Mord in Berlin Neue Hinweise deuten auf Russland hin

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Das Opfer war im Kleinen Tiergarten im Berliner Stadtteil Moabit erschossen worden.

(Foto: picture alliance/dpa)

Nach wie vor ist unklar, wer hinter dem mutmaßlichen Mord in Berlin-Moabit steckt. Neue Indizien weisen nun erneut auf eine russische Beteiligung hin. Dabei geht es etwa um Diplomaten, die den mutmaßlichen Täter im Gefängnis besuchten.

Im Fall des mutmaßlichen Auftragsmords an einem Georgier in Berlin gibt es neue Indizien, die auf eine Beteiligung Russlands hindeuten. Laut einem von der "Zeit" veröffentlichten Bericht besuchten zwei russische Diplomaten den in Berlin-Moabit in Untersuchungshaft sitzenden mutmaßlichen Mörder Wadim Sokolow kurz nach der Tat im Gefängnis.

Die beiden Russen hätten sich mit Diplomatenpässen ausgewiesen und ausführlich mit Sokolow gesprochen. Das Gespräch habe auf Russisch und ohne Aufsicht stattgefunden. Es sei unklar, was die Diplomaten dem Tatverdächtigen gesagt hätten. Nach dem Wiener Übereinkommen über diplomatische Beziehungen sei diese Betreuung erlaubt, eine so schnelle und intensive Reaktion gelte jedoch als ungewöhnlich.

Die "Zeit" berichtete weiter, auch der Weg der Tatwaffe spreche für einen russischen Hintergrund. Die bei dem Mord benutzte Pistole der Marke Glock sei 1986 von Österreich nach Estland verkauft worden und damit in den Einflussbereich der damaligen Sowjetunion. Später sei der Lauf der Waffe ausgetauscht worden - womöglich um Spuren zu verwischen. Sokolow soll die Waffe auf dem Weg von Warschau nach Berlin von Unterstützern übergeben worden sein.

Name taucht nicht im Passsystem auf

Erst Ende September hatten sich Hinweise verdichtet, dass staatliche Stellen hinter der Tat stecken. Bereits kurz nach der Tat war bekannt geworden, dass der Name des Verdächtigen, Wadim Sokolow, nicht im nationalen russischen Reisepasssystem auftaucht.

Gleichzeitig deuten Spuren in der Datenbank für nationale russische Ausweispapiere darauf hin, dass "Sokolow" kurz vor dem Mord als falsche Identität für den mutmaßlichen Attentäter kreiert wurde, berichtete der "Spiegel". So finde sich in der Datenbank ein Sperrvermerk für die Personalien des Mannes. Darin heißt es, es handele sich um eine "vom Gesetz geschützte Person" und außerdem: "Kontaktieren Sie einen Administrator, um die Akte zu erhalten."

Der Kreml in Moskau bestreitet jede Verwicklung in die Ermordung des Georgiers im Kleinen Tiergarten im Berliner Stadtteil Moabit. Das Tatopfer soll im zweiten Tschetschenienkrieg gegen Russen gekämpft haben.

Quelle: n-tv.de, mli/AFP

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