Politik

Klimaziele bremsen Pipeline aus Nord Stream 2 droht "Dinosaurier"-Dasein

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Für den Emissionshaushalt nicht wirklich förderlich: die "Nord Stream 2"-Pipeline.

(Foto: REUTERS)

Für das Gasprojekt Nord Stream 2 hagelt es ordentlich Kritik, doch durch ein Abkommen mit den USA entgeht Deutschland weiteren Sanktionen. Eine große Zukunft hat die Pipeline laut Umweltbundesamt jedoch nicht - denn sie passt nicht zu den deutschen Klimazielen.

Angesichts der Klimaziele, die sich die EU und die Bundesrepublik gesetzt haben, hält der Präsident des Umweltbundesamts, Dirk Messner, die Gaspipeline durch die Ostsee, um die zuletzt erbittert zwischen Deutschland und den USA gestritten worden war, für nicht zukunftsfähig. "Nord Stream 2 könnte schnell zu so etwas wie einem Dinosaurier unter den Energieprojekten werden, denn bis 2045 wollen wir mit null Emissionen auskommen", sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

Die USA hatten Nord Stream 2 immer wieder kritisiert und versucht, das Projekt mit Sanktionsdrohungen zu stoppen. Ende Juli gaben die USA jedoch bekannt, auf weitere Sanktionen verzichten zu wollen. Auch die Ukraine und zahlreiche vor allem osteuropäische EU-Staaten lehnen die Pipeline vehement ab. Sie soll russisches Erdgas durch die Ostsee nach Deutschland befördern.

In einer gemeinsamen Erklärung mit den USA sagte Deutschland technische Unterstützung beim Anschluss des ukrainischen Stromnetzes an das europäische Stromnetz zu. Die Ukraine soll darin unterstützt werden, unabhängiger von russischem Gas zu werden.

Von einer neuen Bundesregierung forderte Messner ehrgeizige Ziele beim Klimaschutz. "In allen Sektoren, in denen Emissionen entstehen, müssen wir beschleunigt ambitionierte Ziele umsetzen. Das betrifft vor allem das Energiesystem, das Mobilitätssystem, unsere Städte, unsere Industrie, unsere Landwirtschaft, unseren Konsum."

Bei der Windenergie an Land brauche es mindestens eine Verdreifachung und bei der Fotovoltaik mindestens eine Verdopplung des jährlichen Ausbaus. "Im Verkehrsbereich müssen wir elektrifizieren und die Zahl der Automobile reduzieren. Der dritte Bereich ist die klimataugliche Gebäudesanierung - auch hier sind wir noch viel zu langsam."

Quelle: ntv.de, mba/dpa

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