Politik

Krise auf koreanischer Halbinsel Nord- und Südkorea einigen sich

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Hochrangige Vertreter beider Länder berieten nun im Grenzort Panmunjom über eine Entspannung.

(Foto: AP)

Lange schienen die Verhandlungen zwischen Nord- und Südkorea zum Scheitern verurteilt. Zwischenzeitlich wurden die Gespräche sogar ausgesetzt. Doch in zähen Verhandlungen finden beide Seiten eine Lösung.

Nach zähem Ringen haben Süd- und Nordkorea bei ihren Gesprächen über eine Entschärfung der jüngsten Krise eine Einigung erzielt und damit eine drohende Eskalation der Spannungen auf der koreanischen Halbinsel verhindert. Nordkorea werde den "Quasi-Kriegszustand" aufheben und Südkorea seine Lautsprecher-Propaganda stoppen, sagte Südkoreas Nationaler Sicherheitsberater Kim Kwan Jin in der Nacht bei der Verlesung eines Sechs-Punkte-Abkommens in Seoul.

Nordkorea entschuldigte zudem sich für eine Landminenexplosion, bei der zwei südkoreanische Soldaten verletzt wurden. Die Entschuldigung war eine Kernforderung Seouls. In dem Abkommen hieß es explizit, dass Nordkorea sein Bedauern wegen der Verletzung der beiden Soldaten zum Ausdruck bringe. Nordkorea habe außerdem versprochen, dass sich solche Provokationen nicht wiederholten, sagte Kim.

Hochrangige Vertreter beider Länder berieten im Grenzort Panmunjom bis zuletzt über mögliche Wege einer Entspannung. Das Treffen begann kurz nach Ablauf eines Ultimatums von Nordkorea. Das kommunistische Regime in Pjöngjang hatte Seoul aufgefordert, die Beschallungsaktion an der Grenze binnen 48 Stunden zu beenden. Es drohte mit Militärschlägen, setzte die Grenztruppen in Gefechtsbereitschaft und rief einen "Quasi-Kriegszustand" aus.

Wechselseitige Schuldzuweisungen und Drohgebärden

Als Vergeltung für die Verletzung eigener Soldaten durch mutmaßlich nordkoreanische Landminen Anfang August hatte Südkoreas Militär vor kurzem seine Beschallungsaktion über die Grenze wieder aufgenommen. Nordkorea bestritt zunächst den Vorwurf, die Minen auf südkoreanischer Seite der entmilitarisierten Zone vergraben zu haben. Die Spannungen verschärften sich nach einem Schusswechsel zwischen Artillerieeinheiten beider Länder an der Grenze am vergangenen Donnerstag. Auch dafür gibt Seoul dem Nachbarland die Schuld. Nordkorea warf dem Süden seinerseits Provokation vor.

Südkoreas Streitkräfte berichteten zudem von ungewöhnlichen Bewegungen der nordkoreanischen Streitkräfte. Unter anderem habe Nordkorea seine Artillerieeinheiten an der Grenze verdoppelt und mehr als 50 U-Boote in Bewegung gesetzt. Auch habe Südkorea Hinweise, dass die Volksarmee zahlreiche Luftkissen-Landungsboote in die Nähe der westliche Seegrenze verlegt habe, berichtete Yonhap.

Der Konflikt zwischen beiden Staaten schwelt seit Jahrzehnten. Seit dem Ende des Koreakriegs (1950-53) kam es immer wieder zu militärischen Zwischenfällen an der Landes- und Seegrenze. Zu den Gesprächen schickte Nordkorea den höchsten politischen Offizier der Volksarmee und die inoffizielle Nummer zwei hinter Machthaber Kim Jong Un, Hwang Pyong So, sowie den für Südkorea-Fragen zuständigen Parteisekretär Kim Yang Gon. Auf südkoreanischer Seite nahmen der Nationale Sicherheitsberater Kim Kwan Jin und Vereinigungsminister Hong Yong Pyo am Treffen teil.

Quelle: ntv.de, jja/dpa/AFP

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