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Donnerstag, 14. Juni 2018

Kim und Abe wohl bereit: Nordkorea-Japan-Gipfel deutet sich an

Dem historischen Gipfel zwischen US-Präsident Trump und Nordkoreas Machthaber Kim könnte bald ein zweiter folgen: Offenbar hat sich Kim positiv zu einem Treffen mit Japans Ministerpräsidenten Abe geäußert. Die Hürden sind aber hoch.

Der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un hat angeblich seine Bereitschaft zu einem Treffen mit dem japanischen Ministerpräsidenten Shinzo Abe signalisiert. Kim habe bei seinem historischen Gipfel mit US-Präsident Donald Trump in Singapur gesagt, er sei "offen" für ein Treffen mit Abe, berichtete die japanische Tageszeitung "Sankei Shimbun" unter Berufung auf Regierungsquellen.

Die Regierung in Tokio strebe einen Gipfel zwischen Kim und Abe im September an, berichtete auch die japanische Nachrichtenagentur Kyodo unter Berufung auf informierte Kreise.

Japan fordert volle Aufklärung

Japan und Nordkorea unterhalten keine bilateralen Beziehungen. Für Tokio ist die Frage von Entführungen von Japanern in den 1970er und 1980er Jahren nach Nordkorea das größte Hindernis für eine Normalisierung der Beziehungen. Trump hatte das Thema gegenüber Kim angesprochen. Abe sagte daraufhin, das Problem mit Nordkorea bilateral lösen zu wollen.

Die Verschleppten sollten Spionen Pjöngjangs beibringen, Japanisch zu sprechen, und ihnen helfen, sich wie Japaner zu verhalten. 2002 gestand Nordkorea bei einem Besuch von Abes Vorgänger Junichiro Koizumi, 13 Menschen verschleppt zu haben.

Fünf der Japaner konnten heimkehren. Nordkorea behauptete, die acht anderen Japaner seien gestorben und es habe keine weiteren Entführten gegeben. Damit war für Nordkorea die Sache beendet. Tokio geht jedoch von 17 entführten Landsleuten aus und fordert volle Aufklärung.

Quelle: n-tv.de