Politik

Gipfel in Vietnam Nordkorea fordert US-Entgegenkommen

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(Foto: dpa)

Schon vor dem Gipfel stellt das Sprachrohr von Nordkoreas Machthaber Kim fest: "Nordkorea bewegt sich nur so viel, wie sich die USA bewegen." Trump selbst hält dagegen: "Wir werden sehen, was passiert."

Nordkorea will sich Medienberichten zufolge im Konflikt um sein Atomwaffenprogramm nur dann weiterbewegen, wenn die USA zu größeren Kompromissen bereit sind. "Nordkorea bewegt sich nur so viel, wie sich die USA bewegen", schrieb die in Japan erscheinende pro-nordkoreanische Zeitung "Choson Sinbo" laut der südkoreanischen Nachrichtenagentur Yonhap. Das Blatt pflegt enge Beziehungen zur stalinistischen und international weitgehend isolierten Führung in Pjöngjang.

Die Zeitung hob die Versprechen des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong Un in dessen Neujahrsrede vom 1. Januar hervor, wonach sein Land keine Atomwaffen mehr produzieren und testen sowie solche Waffen anwenden und weitergeben wolle. Washington müsse Nordkorea aber mit "korrespondierenden" Maßnahmen entgegenkommen, falls diese Versprechen erfüllt werden sollten. Pjöngjang hatte in den vergangenen Monaten vor allem seine Forderung nach einer Lockerung der Sanktionen verstärkt.

Der Bericht von "Chosun Sinbo" erschien am Tag, an dem das zweite Gipfeltreffen zwischen Kim und US-Präsident Donald Trump in Hanoi beginnen sollte. Der Erfolg des Gipfels hängt der Zeitung zufolge davon ab, "wie mutig" die USA bei den vertrauensbildenden Maßnahmen seien.

Trump verspricht Nordkorea blühende Zukunft bei Abrüstung

US-Präsident Donald Trump hofft auf einen Erfolg seines Spitzentreffens mit Kim. "Hoffentlich wird es erfolgreich sein", sagte Trump bei einem Arbeitsessen mit dem vietnamesischen Ministerpräsidenten Nguyen Xuan Phuc  in Hanoi. "Wir werden sehen, was passiert." Sollte Kim sein Atomwaffen- und Raketenarsenal abrüsten, könne Nordkorea zu "einer großen Wirtschaftsmacht" werden, sagte er.

Zuvor hatte Trump bei einem Treffen mit dem vietnamesischen Präsidenten Nguyen Phu Trong gesagt, er hoffe, dass "großartige Dinge" bei dem "sehr wichtigen Gipfel" mit Kim geschehen würden. Der US-Präsident dankte Vietnam für die Ausrichtung des mit Spannung erwarteten Treffens. Auf Twitter nannte Trump Kim zudem seinen "Freund". Zugleich stellte er dem Land wirtschaftliche Entwicklung in Aussicht, sollte es sein Arsenal an Atomwaffen und Raketen abrüsten.

Dem Land stehe dann eine große Zukunft bevor, schrieb Trump. "Das Potenzial ist beeindruckend, eine großartige Gelegenheit, wie fast keine andere in der Geschichte, für meinen Freund Kim Jong Un." Zugleich wies Trump auf Twitter Kritik der oppositionellen US-Demokraten an seinem Umgang mit Pjöngjang zurück. Die Demokraten sollten nicht darüber reden, was er zu tun habe, sondern sich fragen, warum sie es in der Amtszeit von Präsident Barack Obama nicht selbst getan hätten.

Kim hatte sich zwar bei seinem ersten Gipfel mit Trump im vergangenen Juni in Singapur zu einer "kompletten Denuklearisierung" bereit erklärt. Doch gab es von ihm bisher keine konkreten Zusagen, bis wann er atomar abrüsten will. Die USA hatten wiederholt gefordert, dass Nordkorea sein Atomwaffenarsenal vollständig, unumkehrbar und nachprüfbar aufgibt. Die Führung in Pjöngjang fordert eine Aufhebung der wegen des nordkoreanischen Atom- und Raketenprogramms verhängten Sanktionen und einen Abzug der US-Truppen aus Südkorea.

Die erste Zusammenkunft von Trump und Kim in der vietnamesischen Hauptstadt ist nach Angaben des Weißen Hauses für Mittwochabend um 18.30 Uhr Ortszeit (12.30 Uhr MEZ) geplant.

Quelle: n-tv.de, ghö/dpa/AFP

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