Politik

Hinrichtung am Flughafen? Nordkorea lässt Diplomaten verschwinden

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Nordkoreas Top-Diplomat Kim Hyok Chol (r.), hier bei der Abreise nach dem Gipfel in Hanoi.

(Foto: REUTERS)

Aus Nordkorea dringen beunruhigende Berichte an die Öffentlichkeit: Unbestätigten Angaben zufolge ist der Mann, der beim Treffen mit Trump die Verhandlungen für Pjöngjang führte, nicht mehr am Leben. Er soll noch am Flughafen erschossen worden sein.

Nach dem ergebnislosen Gipfeltreffen von Hanoi hat Nordkorea einem südkoreanischen Zeitungsbericht zufolge seinen Sondergesandten für die USA hingerichtet. Kim Hyok Chol sei nach seiner Rückkehr im März am Mirim-Flughafen bei Pjöngjang erschossen worden, berichtete die Tageszeitung "Chosun Ilbo" unter Berufung auf nicht näher genannte Quellen.

Eine unabhängige Bestätigung dazu gibt es bislang nicht. Kim Hyok Chol hatte zusammen mit dem US-Gesandten Stephen Biegun das Treffen zwischen US-Präsident Donald Trump und Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un vorbereitet. Seit dem Gipfel gibt es von ihm kein Lebenszeichen mehr, allerdings dringen generell kaum Nachrichten aus dem militärisch abgeschotteten und international isolierten Land nach draußen.

Das angebliche Schicksal des Sondergesandten schlägt hohe Wellen. Sollten die Angaben zutreffen, ließe sich das harsche Vorgehen des Regimes im Umgang mit der eigenen Delegation als Zeichen für erhebliche Verunsicherung im Inneren des nordkoreanischen Machtapparats deuten.

Kims Übersetzerin im Straflager?

Welche Konsequenzen sich daraus für das Atomprogramm, die nordkoreanische Außenpolitik und die Machtposition des autoritär herrschenden Staatschef Kim Jong Un im eigenen Land ergeben, ist noch vollkommen unklar. Eine offizielle Stellungnahme aus Nordkorea liegt nicht vor.

Neben Kim Hyok Chol seien vier weitere hochrangige Mitarbeiter des nordkoreanischen Außenministeriums nach einer "Untersuchung" hingerichtet worden, hieß es. Nach Angaben der Zeitung wurde zudem die Übersetzerin des nordkoreanischen Machthabers, Shin Hye Yong, nach dem Gipfel in ein Gefangenenlager geschickt. Sie soll einen neues Angebot Kims kurz vor dem Abbruch der Gespräche mit Trump nicht übersetzt haben.

Auch der hochrangige Vertreter der kommunistischen Partei Nordkoreas, Kim Yong Chol, soll der Zeitung zufolge in ein Arbeitslager verschleppt worden sein. Er hatte als Gesandter in den Atomgesprächen mit US-Außenminister Mike Pompeo verhandelt.

Bei dem Gipfeltreffen in der vietnamesischen Hauptstadt Hanoi im Februar hatten Trump und Kim keine Einigung über Schritte zur atomaren Abrüstung Nordkoreas erzielt. Nordkorea hatte eine Aufhebung der Sanktionen gefordert, nach Angaben aus US-Regierungskreisen im Gegenzug aber nur angeboten, Teile der Atomanlage Yongbyon stillzulegen. US-Präsident Trump zählt die Annäherung an Nordkorea zu seinen größten außenpolitischen Erfolgen.

Quelle: n-tv.de, mmo/AFP