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Auf der nordkoreanischen Seite der Grenze heben Arbeiter Gräben aus, offenbar um weitere Fluchtversuche zu unterbinden.
Auf der nordkoreanischen Seite der Grenze heben Arbeiter Gräben aus, offenbar um weitere Fluchtversuche zu unterbinden.(Foto: REUTERS)
Freitag, 24. November 2017

Flucht nicht verhindert: Nordkorea wechselt Grenzsoldaten aus

Die Flucht eines nordkoreanischen Soldaten nach Südkorea hat personelle Folgen: Laut einem Medienbericht werden zahlreiche Grenzsoldaten auf der Nordseite ausgetauscht. Auch neu angelegte, tiefe Gräben sollen wohl Nachahmer abschrecken.

Nordkorea hat nach der Flucht eines Soldaten in der vergangenen Woche dutzende Grenzposten ausgetauscht. Die Grenzsoldaten würden "wahrscheinlich dafür verantwortlich gemacht, die Flucht ihres Kameraden nicht verhindert zu haben", berichtete die südkoreanische Tageszeitung "Chosun Ilbo". Darüber hinaus seien in dem betroffenen Grenzabschnitt tiefe Gräben ausgehoben worden, offenbar um weitere Fluchtversuche zu unterbinden.

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"Wir haben Anzeichen dafür entdeckt, dass alle nordkoreanischen Grenzsoldaten in der gemeinsamen Sicherheitszone (JSA) unmittelbar nach der Flucht ausgetauscht wurden", hieß es in dem Bericht weiter. Normalerweise seien dort rund 35 bis 40 Wachposten im Einsatz.

Der US-Botschafter in Südkorea, Marc Knapper, veröffentlichte auf Twitter ein Foto von den Arbeiten an der Grenze zwischen den beiden koreanischen Staaten. Darauf errichten Arbeiter tiefe Gräben unter der Aufsicht von Soldaten. Laut Knapper pflanzten sie außerdem zwei Bäume an der Stelle, an welcher der Überläufer Montag vergangener Woche die Grenze überquert hatte.

Flucht-Brücke gesperrt

Offenbar wurde von nordkoreanischer Seite auch eine Brücke Richtung Panmunjom gesperrt, die der Soldat auf seiner Flucht ungehindert überquert hatte. Experten halten eine langfristige Sperrung dieser einzigen Brücke vom Norden nach Panmunjom jedoch für unwahrscheinlich.

Grund für die Maßnahmen ist die spektakuläre Flucht eines 24-jährigen Soldaten nach Südkorea am 13. November. Mit einem Militärjeep hatte er die Brücke zum Grenzort Panmunjom überquert und den Rest der Strecke zu Fuß zurückgelegt. Auf seiner Flucht wurde er von nordkoreanischen Soldaten angeschossen und schwer verletzt.

Südkoreanische Soldaten brachten ihn in ein Krankenhaus, wo er zweimal operiert wurde. Nach Angaben des Krankenhauses befindet sich der Nordkoreaner in einem stabilen Zustand und soll demnächst in ein Militärkrankenhaus verlegt werden.

Quelle: n-tv.de