Politik

Nach Angriff in Litauen Norwegen meldet prorussische Cyber-Attacke

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Bei dem Zwischenfall in Norwegen handelt es sich nach NSM-Angaben um DDoS-Attacken. Dabei wird ein Netzwerk mit Anfragen geflutet, um es zu lähmen.

(Foto: IMAGO/Silas Stein)

Nachdem russische Hacker zahlreiche Unternehmen in Litauen lahmgelegt haben, meldet Norwegen nun einen Angriff einer prorussischen Gruppe. In den vergangenen 24 Stunden sei es zu wiederholten Attacken gekommen. Dabei nutzten die Hacker eine besonders aggressive Technik.

In Norwegen sind zahlreiche private und staatliche Einrichtungen Ziel eines Hackerangriffs geworden. "Eine kriminelle, prorussische Gruppe scheint hinter den Attacken zu stecken", teilte die norwegische Sicherheitsbehörde NSM mit. In den vergangenen 24 Stunden sei es zu wiederholten Angriffen gekommen. "Wir haben zuletzt ähnliche Angriffe in anderen Ländern gesehen", sagte NSM-Direktorin Sofie Nyström.

Am Montag war es zu einem Cyberangriff auf staatliche und private Unternehmen in Litauen gekommen. Die Aktion sei eine Vergeltungsmaßnahme für den Streit mit Litauen über das Transitverbot für bestimmte Waren in die russische Exklave Kaliningrad gewesen.

"Litauische staatliche Einrichtungen und Unternehmen sind heftigen DDoS-Angriffen ausgesetzt", erklärte das Verteidigungsministerium am Montag bei Twitter. Litauische Behördenvertreter erklärten, die schlimmsten Angriffe seien rasch unter Kontrolle gebracht worden. Nach Angaben von Skardinskas entstand kein ernster Schaden. Litauens Ministerpräsidentin Ingrida Simonyte sagte, solche Angriffe hätten sich seit Beginn der russischen Invasion in der Ukraine Ende Februar gehäuft.

Die Regierung in Moskau hatte Litauen am Wochenende wegen Einschränkungen des Bahntransports zwischen Russland und seiner Exklave Kaliningrad offen gedroht. Die russische Hackergruppe Killnet, die in der Vergangenheit bereits Regierungs-Websites etwa in den USA, Polen und Deutschland attackiert hatte, erklärte, hinter dem Angriff in Litauen zu stecken und verwies explizit auf die Lage in Kaliningrad.

Bei dem Zwischenfall in Norwegen handelt es sich nach NSM-Angaben um DDoS-Attacken. Dabei wird ein Netzwerk mit Anfragen geflutet, um es zu lähmen. Betroffen seien Institutionen, die wichtige Dienste anböten. Weitere Details wurden nicht genannt. Die Internetseite der norwegischen Arbeitsaufsichtsbehörde konnte am Mittwoch nicht aufgerufen werden. Medienberichten zufolge ist die Behörde unter den Opfern des Angriffs.

Quelle: ntv.de, can/rts/AFP

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