Politik

Magere Jahres-Bilanz Nur ein Corona-Test für jeden Bundespolizisten

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Viel ist das nicht: Jeder Bundespolizist wurde in den vergangenen 12 Monaten im Schnitt ein Mal auf das Coronavirus getestet.

(Foto: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild)

Grenzkontrollen, Corona-Leugner, Großeinsätze: Bundespolizistinnen und Bundespolizisten riskieren in der Corona-Pandemie jeden Tag ihre Gesundheit. So richtig viel getestet wird aber trotzdem nicht.

Die Bundespolizei hat seit Beginn der Pandemie bei ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern insgesamt rund 50.000 Tests auf das Coronavirus durchgeführt. Das geht aus einer Antwort des Bundesinnenministeriums auf eine Anfrage der FDP-Bundestagsfraktion hervor, die ntv vorliegt.

Angesichts von rund 51.000 Beschäftigten heißt das: Jeder Bundespolizist wurde in den vergangenen zwölf Monaten im Schnitt nur ein Mal auf das Coronavirus getestet. 12.000 PCR-Testungen seien extern und über 2700 PCR-Schnell-Testungen mittels eigener Geräte durchgeführt worden, schreibt das Bundesinnenministerium. Auch seien 38.000 Antigenschnelltests bereitgestellt worden. Rund ein Prozent der Tests seien positiv gewesen.

Insgesamt werde bei der Bundespolizei "zu verhalten" getestet, kritisiert der FDP-Innenexperte Konstantin Kuhle. Gerade Bundespolizistinnen und Bundespolizisten müssten sich darauf verlassen können, dass der Arbeitgeber sie und ihre Familien schütze, so Kuhle zu ntv. Er fordert mehr Testmöglichkeiten für die Beschäftigten: "Die Bundespolizei sollte zukünftig im großen Umfang Schnelltests einsetzen und allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die Möglichkeit geben, sich auf Wunsch testen zu lassen."

Keine regelmäßigen Testungen

Regelmäßig getestet werden die Beamtinnen und Beamten bis jetzt noch nicht. Testungen "in zeitlichen Abständen" seien "nicht festgelegt", heißt es in der Antwort aus dem Ministerium. Auch erfolge keine Unterstützung von privaten Testungen "ohne Zusammenhang mit dienstlichem Bezug".

Interessant ist in dem Kontext allerdings diese Zahl: So habe es (Stand 16. Februar) bei 1283 Angestellten positive Corona-Fälle "ohne dienstlichen Bezug" gegeben. 463 Angestellte seien wiederum mit einem "möglichen dienstlichen Bezug" positiv getestet worden. Testungen erfolgten vor allem vor Großeinsätzen, im Bereich von Rückführungen oder bei Auftreten von Symptomen oder bei Kontakt zu einer Person ohne Atemschutzmaske.

Weniger Überstunden

Eine positive Entwicklung: Die Überstunden von Beamtinnen und Beamten der Bundespolizei konnten 2020 im Vergleich zu 2019 um 500.000 Stunden gesenkt werden, heißt es in der Regierungsantwort. Insbesondere an Flughäfen sei die Zahl der Überstunden aufgrund des ausbleibenden Flugverkehrs in der Pandemie erheblich reduziert worden. Insgesamt waren es 2020 allerdings immer noch 1.416.958 Überstunden.

FDP-Politiker Kuhle bezeichnete die Zahl der angehäuften Überstunden als "erschreckend". Dies deute darauf hin, dass die Personaldecke bei der Polizei noch immer zu dünn sei, so Kuhle, der vom Bundesinnenministerium fordert, den Personalaufwuchs bei der Bundespolizei "intensiver" zu betreiben. "Es sollte keine globale Pandemie brauchen, um den Berg an Überstunden abbauen zu können", sagt Kuhle.

Quelle: ntv.de, psa/psc

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