Politik

Täter werden selten geschnappt Nur jeder 38. Einbruch wird aufgeklärt

Die Zahl der Wohnungseinbrüche in Deutschland erreicht immer neue Höhen. 2014 erfasste die Polizei mehr als 147.000 Fälle. Damit wird alle dreieinhalb Minuten ein Einbruch begangen. Allerdings werden nicht einmal drei Prozent der Taten aufgeklärt.

Einbrecher in Deutschland müssen nicht wirklich befürchten, geschnappt zu werden. Nach einer Studie des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen (KFN) liegt die Aufklärungsquote bei lediglich 2,6 Prozent. "Das bedeutet, dass nur bei jedem 38. Einbruch die Täter gestellt und auch verurteilt werden können", sagte der Kriminologe und ehemalige Institutsleiter Christian Pfeiffer in der ARD. Selbst die Politik schreitet jetzt ein und will den Einbau sicherer Türen und Fenster fördern.

Die Studie des KFN offenbart aber auch einen Widerspruch zur offiziellen polizeilichen Kriminalitätsstatistik, die jeden sechsten Einbruch für aufgeklärt auszeichnet. Für die Studie wurden 500 Wohnungseinbrüche in mehreren deutschen Städten analysiert, die in der Statistik der Polizei vermerkt sind. Demnach ist der typische Einbrecher männlich (94 Prozent) und im Schnitt 28 Jahre alt. Die Hälfte aller Einbrüche wird von unter 23-Jährigen verübt. Die Hälfte aller Verurteilten besitzt laut KFN die deutsche Staatsbürgerschaft. Von den ausländischen Einbrechern kommt rund ein Drittel aus Osteuropa.

Bemerkenswert an der Studie ist auch, dass ein knappes Drittel der gefassten Einbrecher mindestens ein Mitglied des Haushalts ist, in den sie einsteigen. Rund 17 Prozent gehörten zum Bekannten- oder Freundeskreis der Opfer, und in jedem zehnten Fall handelt es sich um einen Ex-Partner, einen Familienangehörigen oder anderen Verwandten.

Da sich rund 40 Prozent aller Diebe erfahrungsgemäß von Einbruchsicherungen abschrecken lassen, haben der Spitzen der Großen Koalition unlängst beschlossen, dafür Programme der staatlichen KfW-Förderbank auszudehnen. "Viele Wohnungstüren sind nicht einbruchssicher", sagte der Unionsfraktionsvorsitzende Volker Kauder. Da helfe bereits ein Beitrag von 300 oder 400 Euro, um mehr Sicherheit zu erreichen. Geplant sind Zuschüsse oder zinsgünstige Kredite für Sicherungsanlagen an Türen und Fenstern.

Quelle: n-tv.de, ppo

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