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Neuer Name - neue Ziele? Nusra-Front kappt Verbindungen zu Al-Kaida

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Nusra-Front-Chef Mohammed al-Golani während der Ankündigung.

AP

Die USA und Russland haben bei ihren Einsätzen in Syrien nicht viele Gemeinsamkeiten: Doch die Nusra-Front ist ein gemeinsamer Gegner. Die aber stellt sich neu auf und sucht Anschluss an andere Rebellengruppen.

Die in Syrien gegen die Regierung kämpfende extremistische Nusra-Front löst sich nach eigenen Angaben von Al-Kaida und gibt sich einen neuen Namen. Sie heiße künftig Dschabhat Fatah Scham, sagte ihr Anführer Abu Mohammad al-Golani. Sie werde keine Verbindung zu anderen externen Organisationen haben, sagte er in einer Video-Botschaft. Damit falle der Vorwand für die internationale Gemeinschaft weg, wegen der Verbindungen der Nusra-Front zur Al-Kaida Syrer anzugreifen. "Wir haben unseren Einsatz unter dem Namen Nusra-Front beendet und eine neue Organisation gegründet. Diese neue Organisation hat keine Verbindung zu irgendeiner ausländischen Partei."

Zwar sagte al-Golani nicht ausdrücklich, dass seine Gruppe die Kontakte zur Al-Kaida abgebrochen habe. Er begründete die Neuorganisation aber mit dem Wunsch nach einer Annäherung an andere Rebellengruppen, die gegen den syrischen Präsidenten Baschar al-Assad kämpfen. Al-Kaida-Anführer Aiman al-Sawahri hatte zuvor seine Zustimmung zur Beendigung der organisatorischen Verbindungen zwischen beiden Gruppen gegeben.

Die Nusra-Front wird von den USA als Ableger der extremistischen Al-Kaida und als Terrorgruppe eingestuft. Sie wurde deshalb von den Syrien-Friedensgesprächen im Februar ausgeschlossen. Russland und die USA beraten zudem über eine engere Zusammenarbeit im Kampf gegen die Organisation.

Die Nusra-Front ist unter anderem in der Nähe von Aleppo im Norden Syriens aktiv und kämpft gegen die Soldaten von Assad. Russland und die USA unterstützen im syrischen Bürgerkrieg unterschiedliche Konfliktparteien, beteiligen sich aber beide an der Bekämpfung besonders radikaler Gruppen wie der Nusra-Front und der IS-Miliz.

Quelle: n-tv.de, jwu/rts

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