Ministerium prüft UnterlagenNutzte Epstein Militärflughäfen für Mädchenschmuggel?

Die Epstein-Akten halten noch immer interessante Details bereit. Sie sollen etwa darlegen, dass der Sexualstraftäter Flugplätze der Royal Air Force nutzte, um Mädchen nach Großbritannien zu bringen. Alte Militärakten sollen Licht ins Dunkel bringen.
Im Skandal um Sexualstraftäter Jeffrey Epstein prüft das britische Verteidigungsministerium eine mögliche Verbindung zu Stützpunkten der Royal Air Force (RAF). Konkret geht es um den Verdacht, dass Epstein die Flugplätze genutzt hat, um junge Frauen und Mädchen nach Großbritannien zu schmuggeln, wie die Nachrichtenagentur PA unter Berufung auf das Verteidigungsministerium berichtete.
Beamte des Ministeriums sollen demnach mehr als zwei Jahrzehnte alte Militärunterlagen prüfen und relevante Akten der Polizei übergeben. Laut Verteidigungsminister John Healey sollen sie "keinen Stein auf dem anderen lassen". Der 2019 in Haft gestorbene Multimillionär Epstein hatte über Jahre einen Missbrauchsring mit einer bis heute unbekannten, hohen Zahl an Opfern betrieben.
Mit der Untersuchung soll sichergestellt werden, "dass alle Informationen zu Epsteins Verbrechen aufgedeckt und den zuständigen Behörden zur Verfügung gestellt werden", sagte ein Sprecher des Ministeriums laut PA. Privatjets dürfen nach vorheriger Absprache und gegen eine Gebühr auf Militärstützpunkten landen, solange sie den Betrieb nicht beeinträchtigen.
Die Londoner Met Police hatte angekündigt, mögliche Verbindungen von Epstein zu britischen Flughäfen zu prüfen. Im Fokus steht auch der Militärflugplatz Northolt. Die Polizei der Grafschaft Essex prüft aktuell ebenso, ob Epstein den Flughafen London-Stansted als Drehkreuz für das Schleusen von Missbrauchsopfern nutzen ließ.
Mehrere Mails aus den jüngst veröffentlichten Epstein-Akten legen dem Sender Sky zufolge nahe, dass der Multimillionär die beiden RAF-Flugplätze Northolt und Marham mindestens viermal zwischen 2000 und 2019 nutzte.
Zudem hatte der einstige Premierminister Gordon Brown kürzlich laut Sky News behauptet, dass der britische Staat Epsteins Verbrechen möglicherweise begünstigt habe, indem er seinem Flugzeug die Landung auf RAF-Stützpunkten gestattete, manchmal mit unbekannten Frauen an Bord. Brown verwies etwa auf einen Flug im Dezember 2000, als Epsteins Gulfstream-Flugzeug auf einem Luftwaffenstützpunkt in Norfolk landete, bevor er mit Andrew Mountbatten-Windsor, der damals noch Prinz war, Sandringham besuchte.