Politik

Traditionelles Pressedinner Obama lästert über Trump - und sich selbst

Alljährlich kommen die Korrespondenten des Weißen Hauses zu einem Dinner zusammen - auf dem es höchst amüsant zugeht. Präsident Obama nutzt dies zu Witzen über Trump und Clinton - und er denkt über seine Zeit als "Couch Commander" nach.

Mit einem Feuerwerk von Witzeleien über politische Freunde, Gegner und sich selber hat US-Präsident Barack Obama am Samstagabend sozusagen seinen Ausstand als "Komödiant der Nation" gegeben. Obama trat zum letzten Mal im Amt als humoriger Gastredner beim alljährlichen Galadinner der beim Weißen Haus akkreditierten Washingtoner Korrespondenten auf (die gesamte Rede unten als Video).

Erwartungsgemäß nahm er dabei mit besonderem Genuss den republikanischen Präsidentschaftsbewerber Donald Trump aufs Korn. So spießte er die außenpolitische Unerfahrenheit des Multimilliardärs auf: Tatsächlich habe Trump jahrelang Anführer auf der ganzen Welt getroffen, sagte Obama und zählte auf: "Miss Schweden, Miss Argentinien, Miss Aserbaidschan."

Scherzhaft äußerte Obama Verwunderung darüber, dass Trump dem Dinner ferngeblieben sei, trotz all der Kameras und Prominenten. Vielleicht deshalb, weil er damit beschäftigt gewesen sei, "Beleidigungen an Angela Merkel zu twittern", spöttelte Obama mit Blick auf Trumps Leidenschaft für das Online-Zwitschern und seine wiederholte Kritik an der Flüchtlings- und Migrantenpolitik der Bundeskanzlerin.

"Darüber kann man nur rätseln"

Aber auch die eigenen Parteifreunde, die demokratischen Präsidentschaftsbewerber Hillary Clinton und Bernie Sanders sowie Vizepräsident Joe Biden, blieben nicht verschont. Vor allem aber nicht er selber: Obama porträtierte sich knapp neun Monate vor dem Ausscheiden aus dem Amt als ein ergrauender Mann, der auch nachts hellwach ist, weil er dann regelmäßig zur Toilette muss.

Seine Frau Michelle, die First Lady, sei dagegen nicht gealtert, sagte Obama weiter. Von wann ein Foto von ihr stamme, könne man nur erraten, wenn man ihn anschaue. Und wer wird nächstes Jahr seine Nachfolge antreten? "Wer sie sein wird, darüber kann man nur rätseln", sagte er in Anspielung auf die einzige verbliebene Frau im Rennen - seine ehemalige Außenministerin Clinton.

Eingespielt wurde zudem ein Video namens "Couch Commander", in dem der Präsident darüber nachdenkt, was er nach seiner Amtszeit machen soll. Tipps holt er sich von seinem Vie Joe Biden, aber auch von Republikaner John Boehner, dem ehemaligen Sprecher des Repräsentatntenhauses. Dieser rät ihm, eine Weile einfach nur er selbst zu sein.

Das Dinner der White-House-Presse ist jedes Jahr so etwas wie Washingtons Nacht der Nächte - mit dem Präsidenten als Stargast, aber immer stärker auch mit Hollywood-Glamour und Prominenten aus der Unterhaltungsszene. So waren dieses Jahr unter anderem die Schauspieler Will Smith, Morgan Freeman, Whoopi Goldberg, Jeff Goldblum und Rachel McAdams eingeladen.

Quelle: ntv.de, mli/dpa

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