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Kabinett bringt Gesetz auf Weg Obdachlose sollen erstmals gezählt werden

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Schätzungen zufolge haben Hunderttausende Menschen in Deutschland keine eigene Wohnung - sicher ist das nicht.

(Foto: picture alliance/dpa)

Wie viele Menschen in Deutschland auf der Straße oder in Sammelunterkünften leben, weiß niemand genau. Das will die Bundesregierung jetzt ändern. Künftig soll es eine Statistik zu Wohnungslosigkeit und einen Bericht über Obdachlosigkeit geben. Dadurch soll den Betroffenen besser geholfen werden.

Hunderttausende Menschen leben Schätzungen zufolge in Deutschland ohne eigene Wohnung, aber genaue Zahlen gibt es nicht. Vor diesem Hintergrund hat das Bundeskabinett einen Gesetzentwurf zur Einführung einer Wohnungslosenstatistik auf den Weg gebracht.

Als wohnungslos gelten neben Obdachlosen, die auf der Straße sind, auch Menschen, die in Sammelunterkünften leben. Künftig soll einmal jährlich, jeweils zum 31. Januar, vom Statistischen Bundesamt erhoben werden, wie viele untergebrachte Wohnungslose es in Deutschland gibt. Erfasst werden sollen dabei auch Daten zu Geschlecht, Alter und Staatsangehörigkeit.

Die Erfassung von Obdachlosen ist statistisch schwierig. Deshalb will die Bundesregierung neben der Statistik für untergebrachte Wohnungslose mindestens alle zwei Jahre einen Bericht über Obdachlosigkeit in Deutschland vorlegen, der in Zusammenarbeit mit Wissenschaft und Fachverbänden entsteht und alle vorliegenden Informationen in diesem Bereich zusammenträgt.

Laut einer Mitteilung des zuständigen Bundessozialministeriums ist die Wohnungslosenstatistik erstmals zum 31. Januar 2022 geplant, damit den auskunftspflichtigen Stellen ausreichend Zeit zur Vorbereitung bleibe. Der Gesetzesentwurf greife eine langjährige Forderung von Verbänden und Ländern auf. Auf Basis der Zahlen könnten dann entsprechende sozialpolitische Maßnahmen gegen Wohnungslosigkeit entwickelt werden, heißt es.

Quelle: n-tv.de, aeh/dpa

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