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Hat sie Beweise gegen Trump? Oligarchen-Callgirl aus Haft entlassen

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Waschukewitsch am Wochenende in einem russischen Gerichtssaal.

(Foto: REUTERS)

Das Oligarchen-Callgirl, das am Wochenende in Moskau verhaftet wurde, ist wieder auf freiem Fuß. Das Besondere an dem Fall: Die Weißrussin kokettierte mit angeblichen Informationen über eine russische Einmischung in den US-Wahlkampf. Auch Kreml-Gegner Nawalny äußert sich.

Das in Moskau festgenommene weißrussische Model Anastasia Waschukewitsch, auch Nastja Rybka genannt, ist wieder auf freiem Fuß. Die Ermittler hätten sie unter Auflagen freigelassen, sagte die Anwältin Swetlana Sidorkina. Sidorkina vertritt einen weiteren Inhaftierten, Alexander Kirillow, der zuvor zusammen mit Waschukewitsch aus Thailand nach Russland abgeschoben worden war. Rybka verfügt nach eigenen Angaben über Beweise für russische Einmischungen in den Wahlkampf von US-Präsident Donald Trump.

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Der Anwalt des Models bestätigte die Freilassung. Dmitri Sazarinski veröffentlichte auf Instagram ein Video, auf dem er mit seiner Mandantin in einem Auto zu sehen ist. "Nastja Rybka ist frei. Wir gehen nach Hause", schrieb Sarazinski.

In Thailand wegen Sex-Vorwürfen verhaftet

Rybka war in Thailand nach fast einem Jahr Untersuchungshaft schuldig gesprochen worden, mit einem "Sex-Trainingskurs" sexuelle Dienste angeboten zu haben. Am Donnerstag wurde sie abgeschoben, doch bei einer Zwischenlandung im Transitbereich des Moskauer Flughafens festgenommen - angeblich wegen Prostitution.

Rybka hatte sich nach einem Politskandal in Verbindung mit dem russischen Milliardär Oleg Deripaska nach Thailand abgesetzt. Deripaska wiederum war ein Geschäftspartner des früheren Wahlkampfleiters von US-Präsident Trump, Paul Manafort. Rybka hatte während ihrer Haft in Thailand erklärt, sie wolle "die fehlenden Puzzleteile liefern", die eine Verbindung herstellen zwischen russischen Politikern, Manafort, Trump und "all diesem Wirbel um die US-Wahl". Bislang wurde aber nichts öffentlich, was ihre Angaben untermauert. Kritiker sprechen von einem PR-Gag.

Bei einer Gerichtsanhörung am Samstag sagte das Callgirl laut Interfax: "Ich habe das nicht getan, was mir vorgeworfen wird". Sie wolle dem Oligarchen Deripaska "in keinster Weise schaden". Ihr Anwalt Dmitri Sazarinski sagte vor Journalisten, seine Mandantin habe "kein Verbrechen begangen". Mit Deripaska habe sie "nichts zu tun", mit Donald Trump "noch weniger".

Die Festnahme Rybkas in Russland mit dem Verweis auf Prostitution ist bemerkenswert, da diese nur in den seltensten Fällen in Russland geahndet wird. Der russische Sender Echo Moskwi listet auf, dass im Jahr 2016 gerade mal 496 Menschen wegen Beteiligung und Organisation von Prostitution verurteilt worden waren - bei umgerechnet 1,5 Millionen Prostituierten im ganzen Land.

Der Oppositionelle Alexander Nawalny vermutet, dass es sich bei Rybkas Festnahme um eine Racheaktion Deripaskas handelt. So hatte Rybka Filmaufnahmen veröffentlicht von seiner Jacht, als er 2016 zusammen mit dem damaligen russischen Vize-Ministerpräsident Sergej Prichodko und anderen Escort-Mädchen vor der Küste Norwegens lag. Ein Audiomitschnitt ließ zudem vermuten, dass sie damals auch über die amerikanisch-russischen Beziehungen sprachen.

Quelle: n-tv.de, ghö/jpe/AFP

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