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Nach sechs Tagen vor Lampedusa "Open Arms"-Flüchtlinge gehen an Land

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Nach knapp dreiwöchiger Blockade auf dem Mittelmeer: Ein Mann lächelt auf der "Open Arms", die ersten Flüchtlinge gehen in der Nacht an Land auf Lampedusa.

(Foto: picture alliance/dpa)

Tagelang ankert das Rettungsschiff "Open Arms" vor der italienischen Insel Lampedusa, an Bord mehr als 80 Flüchtlinge. An Land gehen dürfen sie nicht, Italiens Innenminister Salvini regiert mit harter Hand. Dann besichtigen Ärzte das Schiff - und es geht schnell.

Die auf dem Rettungsschiff "Open Arms" festsitzenden Flüchtlinge sind auf der italienischen Mittelmeerinsel Lampedusa an Land gegangen. Bilder im italienischen Fernsehen zeigten, wie die ersten Geretteten die "Open Arms" verließen. Zuvor hatte die italienische Justiz angeordnet, dass die zuletzt mehr als 80 Flüchtlinge an Bord des Rettungsschiffs an Land gebracht werden müssten.

Italiens Innenminister Matteo Salvini hatte sich geweigert, die Menschen an Land gehen zu lassen, obwohl sich sechs EU-Staaten zu ihrer Aufnahme bereit erklärt hatten. Zuletzt lag die "Open Arms" sechs Tage vor Lampedusa vor Anker. Am Dienstag ordnete der sizilianische Staatsanwalt Luigi Patronaggio dann nach einer Inspektion des Schiffes durch Ermittler und zwei Ärzte an, die Menschen an Land zu bringen.

Er ordnete außerdem eine Beschlagnahmung der "Open Arms" an. Diese erfolge im Rahmen der Ermittlungen wegen des Verdachts der Freiheitsberaubung und des Amtsmissbrauchs, erklärte Patronaggio. Die sizilianische Staatsanwaltschaft hatte die Ermittlungen eingeleitet, um die Befehlskette dafür zu klären, wer die "Open Arms" daran hinderte, in Lampedusa anzulegen.

Quelle: n-tv.de, bad/AFP

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