Pahlavi will Iran selbst führenSchah-Sohn: Jeder Chamenei-Nachfolger "zum Scheitern verurteilt"

Nach dem Tod des obersten Führers des Iran läuft die Debatte um einen Nachfolger auf Hochtouren. Schah-Sohn Pahlavi hält die Entscheidung für überflüssig: Egal, wer ernannt werde, sei Komplize des kriminellen Regimes. Er selbst will das Land in die Demokratie führen - und sieht den Sieg bereits nah.
Nach Ansicht des Schah-Sohns Reza Pahlavi ist die geplante Ernennung eines Nachfolgers des getöteten obersten Führers des Iran, Ayatollah Ali Chamenei, zum "Scheitern verurteilt". Wer auch immer ernannt werde, "wird keine Legitimität haben und als Komplize der blutigen Geschichte dieses Regimes und seiner seiner kriminellen Führer angesehen werden", erklärte der Sohn des letzten Schahs auf X.
Bei der Suche nach einem Nachfolger für den am Samstag bei den US-israelischen Angriffen getöteten Chamenei wird auch der Name von dessen Sohn Modschtaba gehandelt. Ebenfalls im Gespräch ist der als moderat geltende ehemalige Präsident Hassan Ruhani, der sich für Diplomatie mit den USA eingesetzt hatte.
Es mache keinen Unterschied, ob der nächste Führer "Modschtaba oder "Hassan" sei, schrieb Pahlavi auf X. Der Sohn des Schahs hofft, im Fall eines Sturzes der Islamischen Republik selbst das Ruder zu übernehmen. Er erklärte, er wolle das Land übergangsweise führen, bis ein Referendum ausgerufen wird, in dem die Menschen im Iran für eine Demokratie als Staatsform stimmen können. Pahlavi betonte, ein "Sieg" sei "nah".
Chamenei war seit 1989 das geistliche Oberhaupt des Iran und führte das Land mit harter Hand. Er unterdrückte Andersdenkende, trieb das iranische Atomprogramm voran und ging auf Konfrontation mit Rivalen in der Region, allen voran Israel. Pahlavi, der in den USA im Exil lebt, hofft auf ein Überlaufen der Sicherheitskräfte, die er dazu aufrief, "den Willen des Volkes zu respektieren" und "die Macht sofort und ohne Gewalt" zu übergeben.