Politik
Donnerstag, 26. November 2015

"Scheitern wäre katastrophal": Papst hofft auf Erfolg des Klimagipfels

Papst Franziskus sieht den Klimawandel als große globale Bedrohung. Mit Nachdruck fordert er einen Erfolg der Klimakonferenz in Paris. Neue Lösungen seien notwendig um die vorherrschende "Wegwerfkultur" zu ändern.

Der Papst hat zum Kampf gegen den Klimawandel bereits eine Enzyklika verfasst.
Der Papst hat zum Kampf gegen den Klimawandel bereits eine Enzyklika verfasst.(Foto: dpa)

Papst Franziskus hat wenige Tage vor dem Weltklimagipfel in eindringlichen Worten vor einem möglichen Scheitern der Verhandlungen gewarnt. Aus seiner Sicht wäre es "traurig, und ich wage zu sagen, katastrophal", wenn sich in Paris Einzelinteressen der Staaten gegenüber dem Gemeinwohl der Menschheit durchsetzen würden, sagte Franziskus am Hauptsitz des UN-Umweltprogramms (Unep) in der kenianischen Hauptstadt Nairobi.

"Der Klimawandel ist ein globales Problem mit schwerwiegenden Folgen", sagte der 78-Jährige. Zum Auftakt der zwölftägigen Verhandlungen in Paris werden am Montag 147 Staats- und Regierungschefs erwartet, darunter auch Bundeskanzlerin Angela Merkel. Die Klimakonferenz soll ein Abkommen aushandeln, um den Ausstoß von Treibhausgasen zu begrenzen und damit die Erderwärmung zu stoppen.

Er hoffe, dass in Paris eine Übereinkunft erzielt werden könne, die auf Solidarität, Gerechtigkeit und Teilhabe fuße, sagte der Papst. Sie müsse drei Ziele erfüllen: "Die Auswirkungen des Klimawandels verringern, die Armut bekämpfen und Respekt für die Menschenwürde garantieren."

Viele Opfer durch Profitgier

Erst vor wenigen Monaten hatte Franziskus in einer päpstlichen Enzyklika einen entschlossenen Kampf gegen den Klimawandel gefordert. In Nairobi mahnte er vor diesem Hintergrund auch eine globale Energiewende an. Die Klimakonferenz sei ein wichtiger Schritt "auf dem Weg zur Entwicklung eines neuen Energie-Systems, das nur minimal auf den Einsatz fossiler Brennstoffe angewiesen ist, das Energieeffizienz zum Ziel hat".

Aus Profitgier seien weltweit viele Menschen Opfer von Umweltverschmutzung, beklagte Franziskus. Um die vorherrschende "Wegwerfkultur" nachhaltig zu ändern, brauche es politische und technische Lösungen, vor allem aber "eine neue Kultur". Die Folgen des Klimawandels seien auch eine Ursache der "tragischen" Zunahme von Armutsmigration.

Das Oberhaupt der katholischen Kirche besucht während einer sechstägigen Afrika-Reise die Länder Kenia, Uganda und die Zentralafrikanische Republik.

Quelle: n-tv.de