Politik

Wittig und Ban kritisieren Sicherheitsrat Paris erwägt Waffenlieferung

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Nach dem Einschlag von Raketen der syrischen Armee in Aleppo.

(Foto: dpa)

Der neue Präsident des UN-Sicherheitsrates, Wittig, und auch UN-Generalsekretär Ban Ki Moon machen die Unentschlossenheit der Vereinten Nationen für das Leiden der Zivilisten in Syrien verantwortlich. Der Sicherheitsrat sei gelähmt. Frankreich deutete an, dass es den Rebellen Artillerie zur Selbstverteidigung liefern könnte.

Die französische Regierung erwägt nach Angaben aus Diplomatenkreisen, den syrischen Rebellen Artillerie zur Selbstverteidigung zu liefern. Ein Insider wies darauf hin, dass die Aufständischen in einigen Teilen des Landes "befreite Zonen" geschaffen hätten, die nun wohl dauerhaft außerhalb der Kontrolle von Präsident Baschar al-Assad lägen. Wegen der anhaltenden Luftangriffe hätten die Menschen dort um Waffen gebeten.

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Peter Wittig: Die UN sind gelähmt.

(Foto: dpa)

"Mit dieser Frage beschäftigen wir uns ernsthaft", sagte die Person. Er gab zudem bekannt, dass Frankreich am Freitag damit begonnen habe, die örtliche Verwaltung in drei Regionen - Deir al-Sor, Aleppo und Idlib - mit Hilfsgütern und Geld zu unterstützen.

Die Regierung in Paris hatte vergangene Woche angekündigt, ihre Hilfe für die Aufständischen um fünf Millionen Euro aufzustocken. Im Norden, Süden und Osten Syriens hätten die Rebellen Gebiete in ihre Gewalt gebracht, die nun Unterstützung beim Aufbau einer Verwaltung benötigten.

Syrien zahlen für Uneinigkeit der UN

Zuvor hatte der neue Präsident des UN-Sicherheitsrates, Deutschlands UN-Botschafter Peter Wittig, die Unentschlossenheit der Vereinten Nationen in der Syrienkrise kritisiert. "Den Preis für unsere Uneinigkeit zahlen die Zivilisten", sagte Wittig im UN-Hauptquartier in New York. Russland und China hatten dreimal Resolutionen gegen das Regime im Sicherheitsrat mit ihrem Veto blockiert; derzeit ist die Situation völlig festgefahren. "Wir bedauern, dass wir so gelähmt sind", sagte Wittig. Auch UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hatte den Sicherheitsrat wegen seiner Untätigkeit kritisiert. Diese schade dem syrischen Volk und der Glaubwürdigkeit des Gremiums.

Die erste Priorität sei, dass Töten zu beenden. "Aber es ist auch klar, dass sich (der syrische Präsident Baschar) al-Assad eines Tages für seine Taten verantworten muss", sagte Wittig.

Quelle: n-tv.de, dpa

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