Politik

Wegen umstrittener Rentenreform Pariser Aktivisten besetzen Blackrock

129594347.jpg

Die Aktivisten versperrten auch den Haupteingang der Blackrock-Zentrale in Paris.

(Foto: picture alliance/dpa)

Während der Streiks rund um die Rentenreform in Frankreich ist der Vermögensverwalter Blackrock zu einer Art Feindbild geworden. Dem Unternehmen wird vorgeworfen, Einfluss auf Macrons Pläne genommen zu haben und von diesen zu profitieren. Nun besetzen Aktivisten die Zentrale in Paris.

Aktivisten haben die Pariser Zentrale des Vermögensverwalters Blackrock besetzt. Sie errichteten Barrikaden und blockierten den Haupteingang. Die Polizei war mit einem Großaufgebot vor Ort, die Straße vor dem Hauptquartier war abgesperrt. Vor dem Gebäude skandierten Demonstranten Slogans gegen Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und sangen Gewerkschaftslieder. Auf Videos im Netz war zu sehen, dass in dem Gebäude Wände beschmiert wurden.

*Datenschutz

Französischsprachigen Medien zufolge organisierte die Gruppe "Youth for Climate" die Protestaktion. Auf Fotos waren auch Menschen zu sehen, die Flaggen mit dem Logo der Umweltschutz-Bewegung "Extinction Rebellion" schwenkten. Die Aktion habe unter dem Motto "Avenir En Feu" ("Brennende Zukunft") gestanden. Videos zeigten, dass die Aktivisten Sprüche wie "Unser Planet, eure Verbrechen" an die Wände der Blackrock-Zentrale geschrieben hatten.

Blackrock ist während der Streiks und Proteste gegen die Rentenreform zu einer Art Feindbild geworden - Reformgegner sind der Auffassung, dass der weltweit größte Vermögensverwalter von den Reformplänen des Präsidenten profitiert und sogar Einfluss auf die Pläne genommen hat. Blackrock bestreitet das. Gegen die Rentenreform wird in Frankreich seit Anfang Dezember demonstriert. Ziel der Reform ist es unter anderem, die Zersplitterung in mehr als 40 Einzelsysteme zu beenden und ein universelles Punktesystem zu schaffen.

In Deutschland war der Vermögensverwalter kürzlich in den Schlagzeilen, weil der frühere Unionsfraktionschef Friedrich Merz bekanntgab, seinen Posten als Aufsichtsratsvorsitzender von Blackrock Ende März aufgeben zu wollen. Er wolle seine "Zeit nun nutzen, die CDU noch stärker bei ihrer Erneuerung zu unterstützen und mich weiter politisch einzubringen", hatte er den Schritt begründet.

Quelle: ntv.de, agr/dpa/AFP