Politik

Anhörung im KongressPentagon legt erstmals Milliardenkosten für Iran-Krieg offen

29.04.2026, 17:50 Uhr
00:00 / 03:06
US-Verteidigungsminister-Pete-Hegseth-spricht-vor-dem-Ausschuss-fuer-Streitkraefte-des-Repraesentantenhauses-der-ueber-das-Haushaltsjahr-2027-des-Verteidigungsministeriums-beraet
US-Verteidigungsminister Pete Hegseth spricht vor dem Ausschuss für Streitkräfte des Repräsentantenhauses. (Foto: picture alliance/dpa/FR172078 AP)

Für die USA ist der Iran-Krieg eine kostenintensive Angelegenheit. Die genauen Zahlen gibt das Pentagon lange Zeit aber nicht frei. Vor dem Kongress wird nun erstmals erklärt, was der Kampfeinsatz an finanziellen Mitteln verschleißt.

Der Finanzkontrolleur des Pentagons, Jay Hurst, hat erklärt, dass der Krieg gegen den Iran bislang 25 Milliarden Dollar gekostet habe. Das sei hauptsächlich auf die Zehntausenden Bomben und Raketen zurückzuführen, die in dem Kampfeinsatz verwendet wurden, sagte der Behördenvertreter laut "New York Times" in einer Befragung vor dem Ausschuss für Streitkräfte im Repräsentantenhaus. Damit legt das Pentagon erstmals selbst offizielle Zahlen zu den Kosten des von den USA und Israel begonnenen Kriegs gegen Teheran vor.

Die konservative Denkfabrik American Enterprise Institute hatte die unmittelbaren Kosten, die der US-Armee durch den Iran-Krieg entstanden sind, zuvor auf auf 25 bis 35 Milliarden Dollar geschätzt. Der Verbrauch ist so hoch, dass bereits darüber diskutiert wird, wie die Bestände wieder aufgefüllt werden können.

Besonders teure und zielgenaue Kurzstreckenraketen und Marschflugkörper wurden in dem Krieg verwendet. Die "New York Times" hatte berichtet, die US-Armee habe 1100 ihrer sehr weitreichenden Luft-Boden-Marschflugkörper vom Typ JASSM-ER eingesetzt. Zudem seien mehr als 1000 Tomahawk-Marschflugkörper abgefeuert worden. Dies sei ungefähr das Zehnfache der Menge, die das US-Verteidigungsministerium jährlich beschaffe.

Hegseth will Billionen-Budget

Dem Bericht zufolge sind die Bestände der US-Armee durch den Einsatz sehr zusammengeschrumpft. Munition musste aus verschiedenen Teilen der Welt in den Nahen Osten verlegt werden, um dort die Bestände zu füllen. Dies dünnt die Abwehrbereitschaft der US-Streitkräfte in anderen Regionen aus.

In der Ausschusssitzung kritisierte Verteidigungsminister Pete Hegseth zudem den früheren Präsidenten Joe Biden. Dessen Regierung sei verantwortlich dafür, dass die USA Munition im Wert von Hunderten Milliarden an Kiew abgegeben habe, so der Trump-Minister. Offizielle Angaben aus seinem eigenen Haus weisen aber deutlich niedrigere Zahlen aus. Demnach hat die Ukraine Waffen im Wert von knapp 34 Milliarden Dollar erhalten und zusätzlich rund 33 Milliarden Dollar, um damit Waffen von der US-Verteidigungsindustrie zu erwerben.

Anlass für die Anhörung in dem Ausschuss ist der Antrag des Hegseth-Ministeriums für ein Budget von 1,45 Billionen Dollar. Dies wäre eine Steigerung von rund 40 Prozent für den Haushalt des Pentagons.

Quelle: ntv.de, lme

Iran-KriegPentagonUSAIranPete Hegseth