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Lufthansa-Tochter im Visier Piloten versäumten Checks am Regierungsjet

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Der Luftwaffen-Airbus "Konrad Adenauer".

(Foto: picture alliance/dpa)

Die Kanzlerin reist per Linienflug zum G20-Gipfel, der Bundespräsident sitzt in Äthiopien fest: Berichte über Pannen bei der deutschen Flugbereitschaft gibt es zahlreiche. Bei Untersuchung der Fast-Katastrophe aus der vergangenen Woche stößt die Lufthansa nun auf einen einfachen, aber gefährlichen Grund.

Nachlässigkeiten bei der Wartung sollen die Hauptursache für die Bruchlandung des Regierungsfliegers in Berlin-Schönefeld in der vergangenen Woche sein. Sowohl die Techniker der Lufthansa-Tochtergesellschaft LBAS als auch die Luftwaffen-Piloten hätten nicht alle vorgeschriebenen Checks vorgenommen, meldeten verschiedene Medien unter Berufung auf Lufthansa-Kreise.

Nach "Spiegel"-Informationen waren bei der Wartung offenbar die Spoiler auf den Tragflächen falsch eingestellt worden. Die Klappen unterstützen normalerweise sowohl Brems- als auch Lenkbewegungen. Der Fehler sei allerdings nicht aufgefallen, weil die Techniker die vorgeschriebenen Kontrollen zum Abschuss der Wartungen versäumt hätten, hieß es. Im Anschluss hätten dann offenbar auch die Piloten der Luftwaffe nachlässig gehandelt. Denn auch ihnen hätte bei Routine-Checks vor dem Start die falsche Verkabelung der Spoiler auffallen müssen.

"Wir haben die Berichte zu den möglichen Ursachen des Vorfalls genau gelesen und nehmen diese sehr ernst", sagte ein Sprecher der Lufthansa Technik. Man werde deswegen die Wartungsarbeiten an der verunglückten Maschine durch die LBAS "auf das Gründlichste" überprüfen.

Jet entging knapp einer Katastrophe

Am vorvergangenen Dienstag hatten zwei Bundeswehrpiloten einen durch die LBAS frisch gewarteten Jet vom Typ Global 5000 in Berlin abgeholt. Aufgrund einer Funktionsstörung mussten die Piloten aber bereits nach kurzer Zeit umkehren. Bei der anschließenden Notlandung auf dem Flughafen Berlin-Schönefeld geriet das Flugzeug dann außer Kontrolle. Der Jet verfehlte die Landebahn und kam mit beiden Tragflächen auf dem Boden auf. Der Regierungsflieger wurde dabei schwer beschädigt.

Laut dem Magazin hat der General Flugsicherheit, der den schweren Zwischenfall für die Bundeswehr untersuche, mittlerweile die Wartungsunterlagen der LBAS beschlagnahmt. Das Joint Venture von Lufthansa und dem Hersteller der Global 5000 wurde 1997 gegründet, die Kranich-Airline hält mit 51 Prozent die Mehrheit an dem Unternehmen. Die Luftwaffe hat vier Bombardier Global 5000. Die Cityjets werden von der Flugbereitschaft auf Kurz- und Mittelstrecken unter anderem für den Transport von Mitgliedern des Parlaments und der Regierung eingesetzt.

Quelle: n-tv.de, lou/AFP/rts

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