Politik

"Er hat nun doch ein Problem" Plagiatsjäger nimmt Entlastung von Laschet zurück

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Verfasste 2009 "Die Aufsteigerrepublik": Armin Laschet.

(Foto: imago images/Political-Moments)

Armin Laschet räumt nach Plagiatsvorwürfen Fehler in einem von ihm verfassten Buch ein. Ein Plagiatsprüfer entlastet den Kanzlerkandidaten zunächst und rudert nun zurück: Eine weitere Stelle in Laschets Buch sei abgekupfert.

Der österreichische Plagiatsprüfer Stefan Weber hat beim Buch von Armin Laschet von 2009 "Die Aufsteigerrepublik. Zuwanderung als Chance" nach einem Leserhinweis nun doch eine weitere Plagiatsstelle entdeckt. Zuvor hatte Weber den Kanzlerkandidaten nach einer Prüfung vom Plagiatsverdacht entlastet. Seine erste Einschätzung habe sich aber "beträchtlich" geändert.

Die nach Hinweis aufgetauchte Passage im Buch soll Laschet von einem Beitrag des Politologen und Ex-CSU-Kultusministers Hans Maier abgekupfert haben. Laschet soll mutmaßlich eine halbe Seite aus "Vom Zusammenleben der Religionen in Deutschland" unzitiert übernommen haben. Die digitale Prüfung Webers habe die Stelle zwar aufgezeigt, die Meta-Daten der PDF zu Maiers Aufsatz jedoch 2011 als Publikationsdatum ausgewiesen - also zwei Jahre nach Veröffentlichung von Laschets Buch. Maier habe den Text in Form einer Rede jedoch bereits auf dem "Tag der Religionen" 2008 in Stuttgart gehalten und wies die Veröffentlichung auf Nachfrage Webers sogar mit dem Jahr 2006 aus.

"Herr Laschet hat nun doch ein Problem", schreibt Weber in seinem Blog. Es sei zwar noch nicht so groß wie das von Frau Baerbock, aber er werde nun rasch beantworten müssen, wie es zu dieser zweiten Stelle kam. "Hat er selbst absichtlich plagiiert, hat er die Übersicht verloren oder hat er Mitarbeitern vertraut, die gegen das Zitiergebot verstoßen haben und die Quellenarbeit nicht beherrschten?", führt Weber fort.

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Weber hatte eine Reihe von Textähnlichkeiten zwischen dem Buch der Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock "Jetzt. Wie wir unser Land erneuern" und anderen Publikationen öffentlich gemacht. Weber könne überhaupt nicht nachvollziehen, warum sich solche Stellen in einem fast 300 Seiten dicken Buch befänden. "Bei Frau Baerbock hatte man es noch mit einer Husch-Husch-Methode nach ihrer Nominierung erklären können. Aber für das Buch 'Die Aufsteigerrepublik' gab es damals keinen mir erklärlichen wahlkampftaktischen Grund", schreibt Weber.

Zuvor war auf Twitter bereits eine Gegenüberstellung des Plagiatssuchers Martin Heidingsfelder veröffentlicht worden, die eine auffallende Ähnlichkeit zwischen einer Passage des Laschet-Buchs und einer anderen Publikation zeigte. Der betroffene Wissenschaftler Karsten Weitzenegger hatte sie öffentlich gemacht. Laschet räumte einen Fehler ein, bat um Entschuldigung und kündigte eine Prüfung seines Buchs an.

Quelle: ntv.de, mba/dpa

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