Politik

"Ich war nachlässig" Plagiatsvorwürfe: Diana Kinnert räumt Fehler ein

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Bekannt war Diana Kinnert bislang vor allem als "Merkels cooles Mädchen" und Hoffnungsträgerin der CDU.

(Foto: imago images/Future Image)

Diana Kinnert ist Publizistin, einstige Hoffnung der CDU und zuletzt ins Visier des Plagiatsjägers Stephan Weber geraten. An mehr als 200 Stellen soll sie abgeschrieben haben. Kinnert reagiert anders als die meisten Prominenten, deren Werke Weber auf den Prüfstand stellte: Sie räumt die Fehler direkt ein.

Nach Plagiatsvorwürfen zu zwei ihrer Bücher hat sich die Publizistin und frühere CDU-Politikerin Diana Kinnert für fehlende Sorgfalt in ihren Werken entschuldigt. "Ich habe mir die Belege zu beiden Büchern angesehen und muss einräumen, dass ich Fehler gemacht habe beim korrekten Zitieren und Paraphrasieren und der Vollständigkeit der Quellennachweise“, sagte Kinnert gegenüber der "Zeit". Mehr als 200 fehlerhafte Stellen will der bekannte Plagiatsjäger Stephan Weber in ihren beiden Büchern "Für die Zukunft seh' ich schwarz" (2017) und "Die neue Einsamkeit" (2021) entdeckt haben. Das schreibt er in einem Blog-Eintrag auf seiner Website.

In der von Weber am Freitag veröffentlichten Recherche heißt es, Kinnert habe von mehreren Autorinnen und Autoren wie von Ulf Poschardt und Leander Scholz ohne Zitation abgeschrieben, also entweder keine saubere Quellenangabe vor Ort oder im Literaturverzeichnis gemacht.

In beiden Büchern hätten sich auch Stellen aus Wikipedia gefunden, schreibt der österreichische Experte. "Während sich das erste Buch durch großformatige, fast wortwörtliche Übernahmen auszeichnet, sind die Übernahmen im zweiten Buch kleinteiliger, aber dafür umso zahlreicher", so Weber. "Im ersten Buch konnten 22 Plagiatsfragmente, im zweiten 203 Plagiatsfragmente festgestellt werden. Bei vielen Plagiatsstellen sind auch Verletzungen der Urheberrechte der betroffenen Autoren anzunehmen."

Kinnert will nicht über das "Warum" sprechen

Kinnert entschuldigt sich laut "Zeit"-Bericht bei den Autorinnen und Autoren, deren Urheberschaft nicht die ihnen nötige Anerkennung erhalten hätten. "Mir tun diese Verfehlungen auch leid, weil von ihnen eine Wirkung auf das allgemeine Systemvertrauen ausgeht", so die Autorin. Sie habe das nicht vorsätzlich getan. "Ich habe nicht sorgfältig gearbeitet und war nachlässig. Das tut mir leid."

Auf die Hintergründe für die Fehler will die 31-Jährige dem Bericht zufolge nicht weiter eingehen. "Ob Lebenskrise, Doppelbelastung oder strukturelles Problem – am Ende wäre es meine Aufgabe gewesen, in Überforderung kein Buch entstehen zu lassen", sagte Kinnert demnach. Zudem stehe die Publizistin nach eigener Aussage bereits in Kontakt mit den Verlagen, damit die Stellen geprüft werden.

Quelle: ntv.de, joh

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