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Moskau nennt sie Touristen Plattform will Skripal-Attentäter kennen

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Videoaufnahmen zeigen die beiden mutmaßlichen Attentäter in England.

(Foto: picture alliance/dpa)

Noch immer liegt der Hergang des Attentats auf den Ex-Doppelagenten Skripal und seine Tochter in weiten Teilen im Dunkeln. London beschuldigt Moskau. Doch Russland weist eine Beteiligung von sich. Ein Bericht liefert nun neue Hinweise.

Eine Gruppe von Investigativ-Journalisten will die wahre Identität eines der mutmaßlichen Skripal-Attentäter enthüllt haben. Das teilte die Recherche-Webseite Bellingcat mit. Demnach soll es sich bei einem Verdächtigen, der unter dem Namen Ruslan Boschirow nach Großbritannien eingereist war, in Wahrheit um einen hochdekorierten russischen Offizier namens Anatoli Tschepiga handeln.

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Ruslan Boschirow (l.) soll in Wahrheit der hochdekorierte russische Offizier Anatoli Tschepiga sein.

(Foto: picture alliance/dpa)

Die britischen Ermittler werfen Boschirow und einem weiteren Russen namens Alexander Petrow vor, unter Decknamen nach Salisbury gereist zu sein und den Giftanschlag auf den Ex-Doppelagenten Sergej Skripal und seine Tochter Julia verübt zu haben. Weder Scotland Yard noch das britische Innenministerium wollten sich zu dem Bericht äußern. Die BBC berichtete unter Berufung auf ungenannte Quellen, es gebe "keine Kontroverse" über die Identifizierung.

Der russische Außenminister Sergej Lawrow betonte abermals, dass es keine Beweise für eine Verstrickung Moskaus in dem Fall gebe. "Jedes Mal, wenn etwas dazu erklärt wird, gibt es keine hundertprozentigen Beweise", sagte der russische Chefdiplomat in New York. Die neuen Erkenntnisse von Bellingcat kommentierte er nicht.

Vater und Tochter Skripal waren am 4. März bewusstlos auf einer Parkbank in der südenglischen Kleinstadt Salisbury entdeckt worden. Sie mussten wochenlang intensiv behandelt werden und entkamen nur knapp dem Tod. London macht den Kreml für das Attentat verantwortlich. Moskau bestreitet die Vorwürfe. Der Fall löste eine schwere diplomatische Krise aus.

Die beiden Verdächtigen hatten sich Mitte September im russischen Fernsehen unter den Namen Boschirow und Petrow als Touristen vorgestellt, die wegen der "bekannten Kathedrale" und des Steinzeitmonuments Stonehenge nach England gekommen seien. Die britischen Ermittler hatten anhand von Überwachungskameras minuziös den Weg der beiden nachgezeichnet.

Quelle: n-tv.de, jwu/dpa

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