Politik

Lieber Werbung für die AfD Poggenburg wirft in eigener Partei hin

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Poggenburg scheiterte am Wochenende mit dem Antrag, die von ihm gegründete Partei aufzulösen.

(Foto: picture alliance/dpa)

Lange war André Poggenburg einer der Scharfmacher in der AfD. Im eigenen Landesverband wurde er aber zunehmend an den Rand gedrängt. Schließlich trat er aus und gründete seine eigene Partei. Auch dort läuft es offenbar nicht nach Plan.

Der frühere AfD-Politiker André Poggenburg ist nicht mehr Vorsitzender der von ihm gegründeten Partei "Aufbruch deutscher Patrioten". Poggenburg und Parteivize Egbert Ermer seien auf einem Parteitag am gestrigen Sonntag zurückgetreten, sagte Schatzmeister Mirko Schüring in Leipzig. Zuvor habe Poggenburg beantragt, die Partei aufzulösen. Dieser Antrag sei nicht zugelassen worden.

Poggenburg war zum Jahresanfang aus der AfD ausgetreten und hatte seine neue Partei gegründet, mit der der 44-Jährige auch bei der Landtagswahl in Sachsen am 1. September antreten wollte. Der einstige Landes- und Fraktionschef der AfD in Sachsen-Anhalt gehörte einst dem rechtsnationalen Flügel der AfD an. In der Vergangenheit fiel Poggenburg immer wieder durch diffamierende Äußerungen und NS-Rhetorik auf. Im Magdeburger Landtag sitzt er derzeit als fraktionsloser Abgeordneter.

Poggenburg begründete seine Entscheidung damit, dass sich alle Stimmen auf die Parteien "rechts neben dem linksentrückten Altparteienblock" konzentrieren müssten, die momentan eine tatsächliche Chance auf den Einzug in die Landtage hätten.

Es handele sich bei den anstehenden Wahlen in Mitteldeutschland, vor allem in Sachsen, um "historisch bedeutsame Wahlen", hieß es in Poggenburgs Mitteilung. Die Antragsteller sähen es als ihre "patriotische Pflicht", zur Wahl der AfD aufzurufen. Poggenburg und Ermer wollen laut der Mitteilung die politische Arbeit in einer "überparteilichen, bundesweiten Bewegung fortsetzen, um patriotische Kräfte zu vereinen".

Erst vor wenigen Tagen war bekannt geworden, dass Polizei und Staatsanwaltschaft den Redebeitrag des 44-Jährigen bei einer Demonstration vor einer Woche in Dresden auswerten. Die betroffene Rede sei im Internet verfügbar gewesen und gesichert geworden, hatte die Polizei mitgeteilt, ohne weitere Einzelheiten zu nennen. Die "Sächsische Zeitung" hatte geschätzt, Poggenburg habe etwa 25 und der Gegenprotest etwa 70 Menschen mobilisiert.

Quelle: n-tv.de, jwu/AFP/dpa