Politik

Doku schlägt hohe Wellen Polen verschärft Strafe bei Kindesmissbrauch

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Auf einem öffentlichen Platz ist die Dokumentation in Polen gezeigt worden - auch, um die Täter vorzuführen.

(Foto: imago images / Eastnews)

Ein Dokumentarfilm, der Kindesmissbrauch in der katholischen Kirche thematisiert, löst in Polen eine Debatte über die Länge der Haftstrafen für Täter aus. Die Regierung reagiert umgehend. Nun soll auch die Frist, wann eine Tat verjährt ist, abgeschafft werden.

Als Reaktion auf einen Dokumentarfilm über den sexuellen Missbrauch von Kindern durch katholische Priester hat Polen sein Strafgesetzbuch verschärft. Das Parlament in Warschau verabschiedete die Neuregelungen, die unter anderem eine Höchststrafe von 30 Jahren Gefängnis für Kindesmissbrauch vorsehen, mit großer Mehrheit. Bei besonders schweren Missbrauchsfällen soll auch die Verjährungsfrist abgeschafft werden.

Der Gesetzentwurf war von der rechtsnationalen Regierungspartei Recht und Gerechtigkeit (PiS) ins Parlament eingebracht worden, die normalerweise ein enger Verbündeter der katholischen Kirche in Polen ist. 263 Abgeordnete stimmten dafür. Es gab nur drei Gegenstimmen und drei Enthaltungen.

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Die am Samstag vergangener Woche bei Youtube veröffentlichte Dokumentation hatte in Polen für große Empörung gesorgt. Der zweistündige Film des Journalisten Tomasz Sekielski mit dem Titel "Sag es niemandem" wurde mittlerweile fast 18 Millionen Mal angesehen.

Die Dokumentation, die teilweise mit versteckter Kamera gedreht wurde, zeigt Begegnungen von Opfern pädophiler Priester mit ihren einstigen Peinigern. Einige inzwischen sehr alte Priester gestehen den Missbrauch, bitten um Vergebung und bieten manchmal finanzielle Entschädigung an. Dokumentiert wird auch, wie Priester, die wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern beschuldigt oder sogar verurteilt wurden, in andere Gemeinden versetzt wurden, wo sie weiter mit Kindern zu tun hatten.

Dokumentation zwingt Politik zum Handeln

Die Dokumentation schlug so hohe Wellen, das PiS-Parteichef Jaroslaw Kaczynski bereits am Sonntag Änderungen am Strafgesetzbuch ankündigte. Wer sich des sexuellen Missbrauchs von Minderjährigen schuldig mache, müsse "besonders hart bestraft" werden, egal ob es sich um Priester oder Prominente handele. Dabei spielte er offenbar auf den polnischen Regisseur Roman Polanski an, ohne ihn beim Namen zu nennen.

Der Primas von Polen, Erzbischof Wojciech Polak, bat um Vergebung "für alle Verletzungen, die durch Männer der Kirche zugefügt wurden". Er kündigte am Donnerstag zudem die Einrichtung eines "Solidaritätsfonds" ein, um Opfern "konkrete Hilfe" zukommen zu lassen. Er betonte aber, dass es sich nicht um einen Entschädigungsfonds handele. Die katholische Kirche wird seit Jahrzehnten von Missbrauchsskandalen erschüttert. Die Skandale schlagen in vielen Ländern hohe Wellen.

Quelle: n-tv.de, joh/AFP

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