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Suche nach Terrorhelfern Polizei fasst Verdächtigen in Manchester

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Die Polizei in Manchester sucht nach weiteren Komplizen.

(Foto: REUTERS)

In Manchester hat die Polizei zwei weitere Häuser im Stadtteil Moss Side und bei St. Helens westlich von Manchester durchsucht. Das teilte die Behörde auf Twitter mit. Zuvor hatten die Beamten ebenfalls in Moss Side einen weiteren Verdächtigen festgenommen. Die Durchsuchung habe nicht am Ort der Festnahme stattgefunden, sondern in einem anderen Gebäude, hieß es

Damit steigt die Zahl der Festnahmen auf zehn. Davon seien ein Mann und eine Frau freigelassen worden, ohne beschuldigt worden zu sein. Die Schwester des Selbstmordattentäters Salman Abedi spricht in britischen Medien davon, dass ihr Bruder den Tod muslimischer Kinder durch amerikanische Bomben rächen wollte.

Die Polizei geht davon aus, dass Abedi kein Einzeltäter war, sondern dass ein ganzes Terrornetzwerk hinter der Tat steckt. Der 22-Jährige sei dem britischen Geheimdienst zwar bekannt gewesen, er sei zuletzt aber nicht mehr regelmäßig überprüft worden, meldete die britische Nachrichtenagentur PA unter Berufung auf Regierungskreise. Nach Angaben einer muslimischen Stiftung wussten die Behörden seit zwei Jahren von den extremistischen Tendenzen Abedis. Ein Aktivist habe die Anti-Terror-Behörde zweimal über extremistische Äußerungen des Mannes informiert, sagte der Vorsitzende der Ramadhan Foundation, Mohammed Shafiq.

US-Medien veröffentlichten Täter-Name als Erste

Nach einer Aussprache mit ihren US-Kollegen nahmen die britischen Beamten den Informationsaustausch wieder auf. Das sagte Mark Rowley, der oberste britische Terror-Ermittler, in der Nacht zum Freitag. Die Briten hätten "neue Zusagen" erhalten, dass den US-Behörden vertrauliches Material anvertraut werden könne. Das Vertrauen zwischen den Partnern hatte Schaden genommen, nachdem US-Behörden den US-amerikanischen Medien britische Ermittlungsergebnisse zugespielt hatten, die aus Fahndungsgründen noch geheim gehalten werden sollten. Die britische Regierung vermutet, dass US-Geheimdienstquellen forensische Aufnahmen vom Tatort an die "New York Times" weitergegeben und damit die Ermittlungen in Gefahr gebracht haben. US-Medien hatten auch als erste den Namen des Attentäters publiziert. In Libyen wurden nach Angaben libyscher Spezialkräfte der Vater und der jüngere Bruder des Attentäters festgenommen. Dieser Bruder war den Angaben zufolge mit den Einzelheiten des Anschlags vertraut.

Großbritannien hat nach dem Anschlag erstmals seit 2007 die höchste Terrorwarnstufe ausgerufen. Dadurch erhält die Polizei nun Hilfe vom Militär. Neu sind auch bewaffnete Beamte in Zügen in Großbritannien.

Der Anschlag mit 22 Toten fand kurz vor den Parlamentswahlen in Großbritannien statt. Die Stimmung ist in Manchester weiter angespannt. Am Donnerstag kam es in einer Schule zu Terroralarm, der sich allerdings als Fehlalarm entpuppte.

Quelle: ntv.de, sgu/dpa/rts