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Militäreinsatz in Syrien Polizei gerät bei Demo zwischen die Fronten

Bei der Demonstration in Bottrop kam es zu massiven Auseinandersetzungen.

Bei der Demonstration in Bottrop kam es zu massiven Auseinandersetzungen.

(Foto: dpa)

In mehreren deutschen Städten demonstrieren Kurden gegen die türkische Militäroffensive in Syrien. Acht Menschen werden dabei verletzt. In Bottrop kommt es zu heftigen Auseinandersetzungen, in Lüdenscheid wird ein Mann niedergestochen.

Bei einer Demonstration von Kurden gegen den türkischen Einmarsch in Nordsyrien sind im nordrhein-westfälischen Bottrop acht Menschen verletzt worden, darunter fünf Polizisten. Die Beamten wollten eine Gruppe von 150 bis 200 Teilnehmern einer kurdischen Demo und einer etwa gleich großen Gruppe mit türkischem Hintergrund auf Abstand halten. Laut einer Polizeisprecherin sind die ersten Steine aus dem türkischen Lager Richtung Kurden geflogen, danach aber auch zurück. "Unsere Kollegen standen mittendrin und hielten sprichwörtlich ihre Köpfe hin", so die Sprecherin weiter.

Ein Polizist und drei weitere Verletzte kamen ins Krankenhaus. Mehrere Streifenwagen wurden durch Steine beschädigt. Fünf Menschen wurden laut Polizei wegen Körperverletzung festgenommen, die Personalien von elf weiteren aufgenommen. Unter den Verdächtigen waren mehrere Jugendliche, darunter ein 13-Jähriger sowie ein 17-Jähriger.

Der Tumult hatte sich nach einer angemeldeten pro-kurdischen Demonstration mit zunächst 50 Teilnehmern entwickelt. Laut Polizei störten "Personen mit türkischem Hintergrund" die Versammlung, die nach 45 Minuten abgebrochen wurde. Danach wurden beide Gruppen aber immer größer, wuchsen jeweils auf bis zu 200 Personen an. Die Polizei setzte auch noch einen Hubschrauber ein. Gegen 22.30 Uhr hatte sich die Situation aufgelöst.

Auch in anderen Teilen von Nordrhein-Westfalen kam es zu Gewaltausbrüchen: In Lüdenscheid wurde ein türkischstämmiger Deutscher bei einer Kurden-Demo durch Messerstiche schwer verletzt. Ein bislang Unbekannter habe den 50-Jährigen mit einem Messerstich in den Rücken verletzt, sagte ein Sprecher der Polizei. Das Opfer wurde ins Krankenhaus gebracht. Die genauen Hintergründe der Tat waren zunächst unklar. Eine Mordkommission wurde eingesetzt, außerdem hat der Staatsschutz die Ermittlungen übernommen.

Quelle: n-tv.de, fge/dpa

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