Politik

19-Jähriger ermordet Frau Polizei nimmt Attentäter auf Synagoge fest

Sechs Monate nach dem Attentat von Pittsburgh kommt es in den USA erneut zu einem Angriff in einer Synagoge. Ein junger Mann eröffnet mit einem Sturmgewehr das Feuer, eine Frau trifft er tödlich. Nicht nur US-Präsident Trump spricht von einem "Hassverbrechen".

Bei einem Angriff auf eine Synagoge im US-Bundesstaat Kalifornien ist am letzten Tag des jüdischen Pessachfestes eine Frau getötet worden. Außerdem gab es drei Verletzte, darunter den Rabbi der Gemeinde. Der Täter war am Samstagvormittag in die Synagoge der orthodoxen Chabad-Bewegung in Poway nördlich der Stadt San Diego eingedrungen. Mit einem Sturmgewehr feuerte er auf die Gemeindemitglieder.

  Der mutmaßliche Täter wurde kurz darauf gefasst. Es handle sich um einen 19-jährigen Mann, erklärte die Polizei. Er sei mit dem Auto vom Tatort geflohen und wenig später festgenommen worden, als er angehalten und sich ergeben habe.

Die Ermittler untersuchten ein Manifest, das der Täter offenbar in den sozialen Medien hinterließ, sagte der Bezirkssheriff Bill Gore. Es werde auch eine Verwicklung des 19-Jährigen in einen Brandanschlag auf eine nahe gelegene Moschee vor einem Monat geprüft. Auf den Internetportalen Pastebin.com und Mediafire.com wurde unter dem Namen des mutmaßlichen Täters eine antisemitische Tirade eingestellt. Der Autor bekannte sich darin auch zu dem Brandanschlag auf die Moschee in Escondido. Der Mann habe erklärt, er sei von dem Attentäter in Neuseeland inspiriert worden, der fast 50 Menschen bei Angriffen auf Moscheen getötet hatte.

Erinnerungen an Pittsburgh-Attentat

c272aeb2a0f6df5f5305cfd32aa606f1.jpg

Kameraleute stehen mit Fernsehkameras vor der Chabad of Poway Synagoge, wo ein Mann am Vormittag das Feuer eröffnet hatte.

(Foto: dpa)

Poways Bürgermeister Steve Vaus sagte gegenüber dem Sender CNN: "Ich habe gehört, dass es definitiv jemand mit Hass in seinem Herzen war, Hass auf unsere jüdische Gemeinschaft." Und weiter: "Ich will, dass Sie wissen, dass das nicht Poway ist." In Poway hielten die Menschen zusammen. "Wir werden das überstehen." US-Präsident Donald Trump sprach den Betroffenen sein Mitgefühl aus. "Derzeit sieht es nach einem Hassverbrechen aus", sagte er.

Exakt vor sechs Monaten hatte ein Rechtsradikaler in der "Tree of Life"-Synagoge in Pittsburgh im US-Bundesstaat Pennsylvania elf Menschen erschossen. Nach den Worten von Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu handelte es sich um das folgenschwerste antisemitische Verbrechen in der Geschichte der USA. Dem Täter wird derzeit der Prozess gemacht.

Das Todesopfer von Poway ist eine ältere Frau. Bei den anderen drei Verletzten soll es sich um eine Jugendliche und zwei erwachsene Männer handeln. Sie werden im Krankenhaus behandelt. In der Synagoge wurde während des Angriffs das jüdische Pessachfest begangen, das an den Auszug der Israeliten aus Ägypten und die Befreiung aus der Sklaverei erinnert. Die einwöchigen Feierlichkeiten hätten am Samstagabend mit einem Essen beendet werden sollen. Das Außenministerium in Jerusalem teilte mit, das Konsulat in Los Angeles prüfe, ob Israelis betroffen seien.

Quelle: ntv.de, ino/shu/dpa/rts

ntv.de Dienste
Software
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.