Politik

Einsatz nahe Idomeni ohne Probleme Polizei räumt letzte wilde Flüchtlingslager

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Nach den chaotischen Zuständen der vergangenen Wochen bemüht sich die griechische Regierung um eine systematische Erfassung der Flüchtlinge.

(Foto: dpa)

Nach der Räumung des Flüchtlingslagers in Idomeni versprengt es Tausende Migranten in wilde Lager nahe der mazedonischen Grenze. Damit soll nun Schluss sein: Die griechische Polizei will auch die letzten Flüchtlinge in offizielle Unterkünfte überführen.

Die griechische Polizei hat zwei weitere wilde Flüchtlingslager an der Grenze zu Mazedonien geräumt. Alle Menschen sollten aus den beiden Lagern in offizielle Flüchtlingsunterkünfte in der Region gebracht werden, teilte die Polizei mit.

"Die Aktion begann am frühen Dienstagmorgen und ist ohne Probleme und ohne Gewaltanwendung am Nachmittag vollendet worden", sagte ein Polizeioffizier Reportern vor Ort. Zuvor hatte die Polizei die Region rund um die wilden Lager nahe der Grenzortschaft Evzonoi und einer Tankstelle in der Region abgesperrt. Insgesamt seien 630 Menschen in organisierte Aufnahmelager in Nordgriechenland gebracht werden. Ursprünglich gingen die Behörden von 2000 Migranten aus. Es wird vermutet, dass einige Migranten sich auf eigene Faust "auf und davon gemacht haben". Sie hofften, "irgendwie doch noch über die Grenze zu kommen", berichteten Reporter vor Ort. Es handelte sich vor allem um Migranten aus Marokko, Algerien und Pakistan. Nach n-tv.de Informationen befinden sich aber auch viele Syrer und Iraker unter den Flüchtlingen vor Ort. Bereits am Montag war ein Lager nahe Polykastro geräumt worden.

Die drei Lager entstanden nach der Räumung von Idomeni, wo monatelang mehr als zehntausend Menschen unter schwierigsten Umständen ausgeharrt hatten, weil sie auf eine Wiederöffnung der Balkan-Route hofften. Nach der Räumung von Idomeni bildeten sich die drei neuen Lager um eine Tankstelle herum und bei einem Autobahnmotel etwa 20 Kilometer vor der Grenze zu Mazedonien entfernt.

Derzeit sitzen noch immer fast 50.000 Flüchtlinge in Griechenland fest, die eigentlich nach Deutschland und in andere nördlichere Länder gelangen wollten. Nach dem monatelangen Chaos hat die Regierung nun begonnen, die Flüchtlinge systematisch zu erfassen. Gestartet wurde die Aktion am alten Athener Flughafen Ellinikon, wo vor allem afghanische Migranten seit Monaten in einem improvisierten Flüchtlingslager leben. Man hoffe, rund 700 Menschen pro Tag zu registrieren, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus Kreisen des griechischen Migrationsministeriums.

Quelle: n-tv.de, jgu/dpa/AFP

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