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Islamisten haben Paris im Visier Polizei vereitelte Anschlag auf Sacré-Coeur

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Sacré-Coeur - eine beliebte Sehenswürdigkeit in Paris: Ein Anschlag auf die Basilika hätte die Stadt mitten ins Herz getroffen.

(Foto: picture-alliance/ dpa)

Für Paris wäre es wohl ein Schlag mitten ins Herz gewesen: Ein bereits im April festgenommener algerischer Student wollte ein Attentat auf die Basilika Sacré-Coeur oder auf einen Personenzug verüben. Entsprechende Dokumente liefern nun Beweise.

In Paris haben Islamisten womöglich einen Anschlag auf die Basilika Sacré-Coeur oder auf einen vollbesetzten Personenzug geplant. Bei dem offenbar verhinderten Attentäter Sid Ahmed Ghlam, der im April festgenommen worden war, wurden entsprechende Dokumente entdeckt, wie die Zeitung "Le Figaro" berichtet. Ghlam habe zugegeben, "solche Taten" erwähnt zu haben, bestätigten Justizkreise. Konkrete Planungen gab es laut Ermittlern aber nicht. Die Zeitung berichtete über Planungen für "mehrere gleichzeitige Taten an einem Sonntag", darunter auf einen Zug, um "150 Ungläubige" zu töten.

Der 24-jährige algerische Student soll laut Ermittlern mindestens einen Anschlag auf eine Kirche im Großraum Paris geplant haben. Er war am 19. April mit einer Schusswunde im Bein festgenommen worden. Später wurde bei ihm ein großes Waffenarsenal gefunden, darunter mehrere Kalaschnikow und schusssichere Westen. Die französischen Ermittler gehen davon aus, dass er vermutlich einen Auftrag für einen Anschlag von einer Kontaktperson in Syrien oder im Irak erhielt und Komplizen in Paris hatte.

Student steht unter Mordverdacht

Der nicht vorbestrafte Ghlam wird auch verdächtigt, eine Frau im Pariser Vorort Villejuif ermordet zu haben - dort, wo er den Ermittlern zufolge mindestens eine Kirche als Anschlagsziel ausgemacht hatte. Die 32-Jährige war erschossen in ihrem Auto gefunden worden, in dem auch DNA-Spuren des Verdächtigen entdeckt wurden. Möglicherweise wollte Ghlam ihren Wagen stehlen.

Ghlam bestreitet, dass er die Frau getötet hat. Er gestand zwar, mit einer weiteren Person am 19. April in Villejuif gewesen zu sein. Er versicherte aber auch, dass er alles getan habe, um einen Anschlag an dem Tag zu verhindern. Ghlam hatte an dem Tag selbst den Krankenwagen wegen seiner Schussverletzung im Bein gerufen, wodurch die Polizei dann auf die Anschlagspläne stieß. Nach seiner Festnahme war nicht ausgeschlossen worden, dass er sich selbst ins Bein geschossen haben könnte.

Quelle: ntv.de, AFP