Politik

Sicherheitskonferenz in München Protestler übergießt sich mit Benzin

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3000 Menschen demonstrierten in München.

(Foto: imago images/Michael Westermann)

Die Münchner Sicherheitskonferenz lockt Experten aus der ganzen Welt an - aber auch Kritiker. Mehrere Tausend Menschen demonstrieren gegen das Event. Ein Mann übergießt sich mit Benzin und droht, sich anzuzünden.

Etwa 3000 Menschen haben am Samstag in München gegen die Sicherheitskonferenz demonstriert. Die Proteste seien friedlich verlaufen, erklärte die Polizei. Rund 500 Teilnehmer bildeten eine Menschenkette in der Innenstadt. Aufgerufen hatte das "Aktionsbündnis gegen die Nato-Sicherheitskonferenz".

Am Rande der Demonstration überschüttete sich ein 50-jähriger Mann mit Benzin und lief mit einem Feuerzeug in der Hand in Richtung Menschenmenge. Dabei habe es sich laut Polizei aber nicht um einen Anschlag gehandelt. "Er wollte niemanden verletzen", sagte Polizeisprecher Marcus da Gloria Martins in München. Seit der Tat am Samstag befindet sich der 50-jährige Iraker in einer psychiatrischen Klinik.

Er habe den Angaben zufolge mit einem Suizid auf die politische Situation in seinem Heimatland aufmerksam machen wollen. "Er hatte ein auf Deutsch geschriebenes Plakat dabei, war aber kein Teilnehmer der Demonstration." Der Mann habe durch Rufe auf sich aufmerksam gemacht, sagte ein vor Ort eingesetzter Bereitschaftspolizist. Mehrere Beamte warfen sich auf den 50-Jährigen und nahmen ihn fest.

Am Freitagabend hatte die Polizei eine Gegendemonstration mit rund 500 Teilnehmern unterbrochen, weil pyrotechnische Gegenstände gezündet wurden. Anschließend setzten sich die Demonstranten wieder in Bewegung. Laut Polizei beschloss wenig später der Organisator, die Versammlung vorzeitig zu beenden. Rund 3900 Polizisten sind am Wochenende während der Sicherheitskonferenz im Einsatz.

Konferenz endet mit Libyen-Gesprächen

Am letzten Tag der Münchner Sicherheitskonferenz wollen am Sonntag etwa ein Dutzend Außenminister sowie Vertreter internationaler Organisationen eine Lösung des Libyen-Konflikts vorantreiben. Bei dem Treffen unter Vorsitz von Bundesaußenminister Heiko Maas und der Vereinten Nationen soll über die Umsetzung der Beschlüsse des Berliner Gipfels vor vier Wochen beraten werden.

"Es geht jetzt Stück für Stück darum, das umzusetzen, was in Berlin beschlossen wurde", sagte Maas. Dazu zähle neben einem Waffenstillstand auch die Einhaltung eines Waffenembargos und die Fortführung von Gesprächen zwischen den Bürgerkriegsparteien. In Berlin hatten sich auf deutsche Initiative hin 16 Staaten und Organisationen darauf verständigt, die Einmischung in Libyen von außen in den seit neun Jahren anhaltenden Bürgerkrieg zu beenden. Die Waffenlieferungen in das nordafrikanische Land sind allerdings bislang weitergegangen.

Quelle: ntv.de, vpe/dpa