Politik

Streit um Ausrichtung Puigdemont kehrt Bewegung den Rücken

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Carles Puigdemont, hier bei einem Auftritt in Frankreich im Februar, erklärte auf Twitter seinen Austritt.

(Foto: picture alliance/dpa)

Vor rund drei Jahren erklärt Katalonien nach einem Referendum seine Unabhängigkeit. Die spanische Zentralregierung antwortet scharf. Mehrere Rädelsführer kommen in Haft. Der Regionalpräsident flieht ins Ausland - und bricht nun im Streit mit der Unabhängigkeitsbewegung.

Im Streit um die Ausrichtung der Unabhängigkeitsbewegung in Katalonien hat der frühere Regionalpräsident Carles Puigdemont den Bruch mit seiner Partei erklärt. Er habe entschieden, sein "Parteibuch zurückzugeben", twitterte der frühere Anführer der Separatistenbewegung. Als Grund nannte er Unstimmigkeiten über die strategische Ausrichtung.

Die katalanische Unabhängigkeitsbewegung hatte am 1. Oktober 2017 gegen den Willen Madrids ein Referendum abgehalten und für kurze Zeit sogar die Unabhängigkeit Kataloniens ausgerufen. Die Zentralregierung in Madrid setzte daraufhin die Autonomie der Region aus und enthob die Regionalregierung des Amtes. Puigdemont floh außer Landes und lebt seitdem im Exil in Belgien.

Mitstreiter von ihm wurden hingegen in Spanien zu langjährigen Haftstrafen wegen Aufruhrs verurteilt. So wurde der frühere katalanische Vize-Präsident Oriol Junqueras zu einer 13-jährigen Gefängnisstrafe verdonnert.

Von Belgien aus versuchte der Ex-Regionalpräsident immer wieder, die Geschicke der Unabhängigkeitsbewegung zu beeinflussen, die seit ihrer Niederlage 2017 ohne klare Richtung ist. Darüber geriet er in Streit mit der aktuellen Parteiführung der PDeCAT - nun erklärte er seinen Austritt.

Quelle: ntv.de, jwu/AFP