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Friedensgespräche in Kasachstan? Putin will Waffenruhe für ganz Syrien

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Putin ist der engste Verbündete des syrischen Präsidenten Assad.

(Foto: imago/ITAR-TASS)

Russlands Präsident Putin will sich für eine Feuerpause in ganz Syrien einsetzen. Dies sei der nächste Schritt, nachdem Assad-Truppen Aleppo zurückerobert haben. Derzeit werde mit Rebellen darüber verhandelt. Neue Friedensgespräche sind im Gespräch.

Russland bemüht sich nach den Worten von Präsident Wladimir Putin jetzt um eine landesweite Waffenruhe in Syrien. Am Rande seines Staatsbesuchs in Japan sagte Putin, als "nächster Schritt" nach der Rückeroberung der Großstadt Aleppo durch die syrischen Regierungstruppen müsse eine "vollständige Waffenruhe für ganz Syrien" erreicht werden. "Wir verhandeln aktiv mit Mitgliedern der bewaffneten Opposition - mit der Vermittlung der Türkei", fügte Putin hinzu.

Außerdem sei er mit seinem türkischen Kollegen Recep Tayyip Erdogan übereingekommen, neue Friedensgespräche für Syrien zu führen, sagte Putin. Die Gespräche sollten in der kasachischen Hauptstadt Astana stattfinden. Sie seien zusätzlich zu den von den UN geförderten Genfer Verhandlungen geplant. "Diese Plattform soll nicht mit der in Genf konkurrieren, sondern die Genfer Gespräche ergänzen", betonte Putin russischen Agenturen zufolge. Die Friedensverhandlungen in der Schweiz unter Ägide der UN stecken seit Monaten fest.

Erdogan hatte am Donnerstag dem syrischen Regime vorgeworfen, Hilfe für die in Ost-Aleppo eingeschlossenen Menschen sabotieren zu wollen. Das Regime und ihre Unterstützer versuchten auch, die Umsetzung des Waffenstillstands zu verhindern, so der türkische Präsident. Russland ist der engste Verbündete des Assad-Regimes. Die Türkei ist dagegen für einen Sturz von Präsident Baschar al-Assad. Ankara bekämpft in Syrien sowohl Stellungen des IS, als die kurdischer Assad-Gegner.

Putin: Verlust von Palmyra ist eher symbolisch

Die Rückeroberung der Oasenstadt Palmyra durch die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) führte er auf mangelnde Koordination zwischen der US-geführten Koalition, den Syrern und Russland zurück. Der Verlust von Palmyra sei aber eher symbolisch, sagte Putin: "Was die militärisch-politische Bedeutung angeht, ist Aleppo, scheint mir, ein viel größeres Thema."

Auf Drängen Frankreichs berät der UN-Sicherheitsrat an diesem Freitag über die Lage in Syrien, insbesondere im nördlichen Aleppo. Paris dringt auf die Entsendung internationaler Beobachter, um die Evakuierungen und humanitäre Hilfslieferungen zu überwachen.

Der UN-Sondergesandte Staffan de Mistura forderte eindringlich einen Waffenstillstand und eine politische Lösung für den Syrien-Krieg. Ohne eine Einigung drohe die Rebellenhochburg Idlib zum "nächsten Aleppo" zu werden. Nach Idlib sollen aus Aleppo evakuierte Rebellen gebracht werden. Seit Donnerstag fuhren Busse Tausende Zivilisten und Rebellen aus Ost-Aleppo. Nach UN-Angaben sitzen aber noch etwa 50.000 Menschen dort fest.

Quelle: n-tv.de, hul/rts/dpa/AFP

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