Politik

Westen erwägt Ausschluss Putin will zum G20-Gipfel auf Bali

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Im vergangenen Jahr nahm Putin noch am G20-Gipfel teil.

(Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS)

Im Oktober findet auf Bali der G20-Gipfel statt. Auch der russische Präsident Putin plant wohl, am Treffen der 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer teilzunehmen - trotz des Krieges in der Ukraine. Derweil erwägen mehrere westliche Nationen, Russland aus der G20 auszuschließen.

Ungeachtet des Krieges in der Ukraine und des internationalen Drucks will der russische Präsident Wladimir Putin im Oktober am G20-Gipfeltreffen auf der indonesischen Insel Bali teilnehmen. "Es hängt von der Lage ab. Er (Putin) hat aber die Absicht, zum G20-Treffen zu kommen", sagte die russische Botschafterin in Indonesien, Ljudmila Worobjowa, vor Journalisten.

Aus dem Kreml in Moskau hieß es wenig später, es sei noch zu früh, darüber zu sprechen. "Natürlich hat sich die Lage im Weltgeschehen dramatisch und einschneidend verändert. Deshalb muss das alles natürlich neu ausgearbeitet werden", sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow der Agentur Interfax zufolge.

Westliche Nationen überlegen derweil, Russland nach dem Angriff auf die Ukraine von der Gruppe der 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer auszuschließen. "Wir glauben, dass Russland in den internationalen Institutionen und in der internationalen Gemeinschaft nicht zur Tagesordnung übergehen kann", sagte der Nationale Sicherheitsberater von US-Präsident Joe Biden, Jake Sullivan. "Aber wenn es um bestimmte Institutionen und bestimmte Entscheidungen geht, würden wir gerne unsere Verbündeten und unsere Partner in diesen Institutionen konsultieren, bevor wir uns äußern." Auch Bundeskanzler Olaf Scholz sprach sich am Dienstag dafür aus, solche Fragen mit den internationalen Partnern zu erörtern "und das nicht einzeln und individuell zu entscheiden".

China gegen Ausschluss Russlands

China hingegen lehnt einen Ausschluss Russlands aus der G20-Staatengruppe ab. Sie sei "das wichtigste Forum für internationale wirtschaftliche Zusammenarbeit", sagte der Sprecher des Außenministeriums in Peking, Wang Weibin. "Russland ist ein wichtiges Mitglied und kein Mitglied hat das Recht, ein anderes Land auszuschließen." China ist ein wichtiger Verbündeter Moskaus und hat den russischen Einmarsch in die Ukraine bislang nicht verurteilt.

"Russland auszuschließen, wird der globalen Wirtschaft nicht helfen", argumentierte auch Worobjowa. Der Gipfel sei zudem nicht das richtige Forum, um sich mit dem Konflikt zu befassen. Ähnlich äußerte sich in der vergangenen Woche der Sprecher des indonesischen Außenministeriums, Teuku Faizasyah. Indonesien hat in diesem Jahr den G20-Vorsitz. Der Gipfel auf Bali findet am 30. und 31. Oktober statt.

Quelle: ntv.de, mbu/dpa/AFP

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