Situation ist "zu ernst""Quatsch": Özdemir erteilt CDU-Vorschlag eine Absage
Die Grünen und die CDU kommen bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg auf die gleiche Anzahl an Sitzen. Aus der knapp unterlegenen Unionspartei kommen Rufe nach einer ungewöhnlichen Amtsteilung. Cem Özdemir schiebt dem schnell einen Riegel vor, er mache schließlich "Erwachsenenpolitik".
Nach dem knappen Sieg seiner Partei bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg will Grünen-Spitzenkandidat Cem Özdemir neuer Ministerpräsident werden. "Ich will eine Koalition der Mitte schmieden, ich will diese Regierung anführen", sagte Özdemir in Stuttgart. Das Land brauche eine stabile und verlässliche Regierung. Daher sei eine zügige Regierungsbildung notwendig. Özdemir nannte jedoch noch keinen Zeitplan der geplanten Gespräche zur Fortsetzung der Koalition mit der CDU.
Den aus Teilen der CDU geäußerten Vorschlag, die Amtszeit des Ministerpräsidenten angesichts eines Patts bei den Mandaten zu teilen, wies Özdemir entschieden zurück. "Die Situation ist einfach zu ernst für Quatsch aller Art", sagte Özdemir. Er mache "Erwachsenenpolitik". Der Grünen-Kandidat verwies auf die politische Tradition, wonach die Partei mit den meisten Stimmen den Regierungschef für die gesamte Wahlperiode stelle. Die CDU sei eine Partei, die Traditionen pflege.
Özdemir zollte dem bisherigen Koalitionspartner CDU Respekt, der bei der Wahl hinzugewonnen habe. Seine Partei und die CDU kämen nun auf eine gleiche Anzahl von 56 Mandaten. Die Verhandlungen würden daher "auf Augenhöhe geführt zwischen zwei gleichberechtigten Koalitionspartnern". Über die Verteilung der Ministerien solle erst am Ende gesprochen werden.
Die Grünen hatten die Wahl am Sonntag laut vorläufigem amtlichen Endergebnis mit einem Vorsprung von rund 27.300 Stimmen gewonnen. Bei der Sitzverteilung im Landtag sind Grüne und CDU mit je 56 Mandaten aber gleichauf.
