Politik

RTL/ntv-Trendbarometer Mehrheit unterstützt Russland-Sanktionen

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Aktivisten haben ein Plakat vor dem Europäischen Parlament in Brüssel aufgestellt. Dass die Sanktionen verschärft werden sollen, sagen in Deutschland aber nur 30 Prozent.

(Foto: REUTERS)

Mehr als die Hälfte der Deutschen glaubt, dass die Sanktionen gegen Russland Deutschland mehr schaden als Russland. Noch mehr Deutsche sind allerdings dafür, dass diese Sanktionen beibehalten oder sogar verschärft werden.

Über die Hälfte der Bundesbürger ist aktuell der Auffassung, dass die gegen Russland verhängten Sanktionen Deutschland mehr schaden als Russland. Im Trendbarometer von RTL und ntv sagen dies 57 Prozent der Befragten. Lediglich 21 Prozent glauben, dass die Sanktionen Russland mehr schaden als Deutschland. 18 Prozent meinen, dass die Sanktionen Deutschland und Russland in gleicher Weise schaden. Nur unter den Anhängern der Grünen ist der Anteil derjenigen, die glauben, die Sanktionen würden Russland mehr schaden, etwas höher als der Anteil derer, die meinen, die Sanktionen schadeten Deutschland mehr.

Zugleich spricht sich nur eine Minderheit von insgesamt 30 Prozent für eine Lockerung (18 Prozent) oder eine völlige Aufhebung (12 Prozent) der gegen Russland verhängten Sanktionen aus. Eine Mehrheit von 63 Prozent der Bundesbürger ist der Meinung, die Sanktionen gegen Russland sollten unverändert beibehalten (33 Prozent) oder noch verschärft werden (30 Prozent).

Überdurchschnittlich häufig für eine Lockerung beziehungsweise eine Aufhebung aller Sanktionen sprechen sich die Ostdeutschen (48 Prozent) und die Anhänger der AfD (82 Prozent) aus.

Viele Deutschen haben größere Ängste

45 Prozent der Befragten geben an, dass ihre Angst vor einer Ausweitung des Krieges in der Ukraine auf andere Länder in Europa und einem möglichen Einsatz von Atomwaffen nach der Annexion der Gebiete in der Ostukraine durch Russland größer geworden sei. 49 Prozent geben an, ihre Angst sei unverändert geblieben. 4 Prozent haben weniger Angst vor einer weiteren Eskalation des Krieges als vorher.

Weniger als ein Drittel (30 Prozent) der Bundesbürger glaubt, dass die Ukraine nach der Rückeroberung einiger der von der russischen Armee besetzten Gebiete auch in der Lage ist, Russland wieder aus allen besetzten Gebieten zu verdrängen und letztlich zu besiegen. Eine Mehrheit von 62 Prozent - quer durch alle politischen Lager - glaubt nicht, dass die Ukraine dazu in der Lage ist. Vergleichsweise am häufigsten gehen die Anhänger der Grünen (44 Prozent) davon aus, die Ukraine könne Russland auch aus der gesamten Ukraine wieder verdrängen.

Die Sympathie der Bundesbürger für eine mögliche Aufnahme der Ukraine in die Europäische Union fällt gegenüber den letzten Erhebungen im Frühsommer deutlich verhaltener aus. So fänden Anfang Oktober nur noch 42 Prozent der Bundesbürger (gegenüber 55 Prozent im Juni) eine Aufnahme der Ukraine in die EU richtig. 49 Prozent (13 Prozentpunkte mehr als im Juni) fänden eine Aufnahme hingegen nicht richtig.

Mehrheitlich befürwortet wird eine künftige Mitgliedschaft der Ukraine in der Europäischen Union derzeit nur von den Anhängern der SPD (55 Prozent) und insbesondere der Grünen (66 Prozent). Die Ostdeutschen (57 Prozent) sowie die Anhänger der FDP (53 Prozent), der Unionsparteien (51 Prozent) und vor allem der AfD (84 Prozent) lehnen derzeit eine künftige EU-Mitgliedschaft der Ukraine mehrheitlich ab.

Nur Minderheit will Kohleausstieg vorziehen

Vor dem Hintergrund drohender Engpässe bei der Energieversorgung einerseits und dem Klimawandel andererseits wird derzeit auch über die weitere Nutzung der Kohle diskutiert. Nur eine Minderheit der Bundesbürger (28 Prozent) ist der Meinung, dass der eigentlich für 2038 geplante Ausstieg Deutschlands aus der Kohleenergie vorgezogen und bereits 2030 erfolgen sollte.

Eine deutliche Mehrheit von 65 Prozent spricht sich stattdessen dafür aus, dass der Kohleausstieg wie geplant 2038 erfolgen (34 Prozent) oder sogar erst nach 2038 vollzogen werden sollte (31 Prozent). Für einen vorgezogenen Ausstieg aus der Kohleenergie bis zum Jahr 2030 plädieren mehrheitlich nur die Anhänger der Grünen (61 Prozent).

Mehrheit der Deutschen sieht keine Verantwortung bei Merkel

In letzter Zeit wurde von verschiedenen Seiten die Politik von Angela Merkel während ihrer Kanzlerschaft für die jetzige Energiekrise und die Energiepreise verantwortlich gemacht. 37 Prozent der Bundesbürger teilen diese Meinung. Eine deutliche Mehrheit von 60 Prozent meint dagegen nicht, dass man in erster Linie die Politik Merkels für die jetzige Energiekrise verantwortlich machen könne. Vergleichsweise am häufigsten machen die Anhänger der Grünen (50 Prozent) und die der AfD (56 Prozent) Merkels Politik für die jetzige Energiekrise verantwortlich.

41 Prozent der Bundesbürger glauben, dass Merkel mit den gegenwärtigen Krisen besser fertig würde als der amtierende Bundeskanzler Olaf Scholz. 50 Prozent meinen, dass Merkel damit auch nicht besser fertig würde als Scholz. Dass Merkel mit den derzeitigen Krisen besser fertig würde als ihr Nachfolger glauben mehrheitlich die Ostdeutschen sowie die Anhänger von Union und FDP.

Die Daten wurden vom Markt- und Meinungsforschungsinstitut Forsa im Auftrag von RTL Deutschland am 7. und 10. Oktober 2022 erhoben. Datenbasis: 1002 Befragte. Statistische Fehlertoleranz: +/- 3 Prozentpunkte.

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Forsa-Umfragen im Auftrag von RTL Deutschland.

(Dieser Artikel wurde am Dienstag, 11. Oktober 2022 erstmals veröffentlicht.)

Quelle: ntv.de, hvo

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