Politik

"Wirklich gemeinsamer" Text Ramelow wünscht sich neue Nationalhymne

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Ramelow ist seit 2014 Ministerpräsident in Thüringen.

(Foto: imago images / Jacob Schröter)

Nach dem Mauerfall gibt es Überlegungen, eine neue Nationalhymne für das künftig wiedervereinigte Deutschland zu wählen. Nun greift Thüringens Ministerpräsident Ramelow die Idee auf. Er selbst fühle sich beim Gesang der aktuellen Version unwohl und plädiert für "etwas ganz Neues".

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow hat sich für eine neue Nationalhymne ausgesprochen. Er singe zwar die dritte Strophe des Deutschlandlieds mit, könne aber "das Bild der Naziaufmärsche von 1933 bis 1945 nicht ausblenden", sagte der Linken-Politiker der "Rheinischen Post". Die deutsche Nationalhymne besteht heute aus der dritten Strophe des "Lieds der Deutschen" von August Heinrich Hoffmann von Fallersleben aus dem Jahr 1841.

Ramelow erklärte weiter, dass auch 30 Jahre nach dem Mauerfall viele Ostdeutsche die Hymne nicht mitsingen würden. "Ich würde mir wünschen, dass wir eine wirklich gemeinsame Nationalhymne hätten", sagte er. Bisher habe dieser Wunsch "leider immer nur für empörte Aufregung gesorgt", so Ramelow.

Der gebürtige Niedersachse verwies auf den einstigen Vorschlag des Runden Tisches der DDR, "auf beide bestehenden Hymnen zu verzichten und gemeinsam eine neue zu wählen - nämlich die Kinderhymne von Brecht". Das sei abgelehnt worden, so Ramelow. Nun plädierte der 63-Jährige für "etwas ganz Neues". Dabei sprach er von einem "neuen Text, der so eingängig ist, dass sich alle damit identifizieren können und sagen: Das ist meins".

Das Deutschlandlied von von Fallersleben wurde in der Weimarer Republik zur Nationalhymne erkoren. Später missbrauchten die Nationalsozialisten die erste Strophe mit dem Vers "Deutschland, Deutschland über alles" für ihre Zwecke. Heute besteht die deutsche Nationalhymne aus der dritten Strophe mit der Anfangszeile "Einigkeit und Recht und Freiheit".

Quelle: n-tv.de, cri/dpa/AFP

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