Politik

Einsatz in Ostdeutschland Razzien gegen rechtes Netzwerk

119162741.jpg

Heute morgen: Polizeifahrzeug in der Mühlenstraße in Cottbus.

(Foto: picture alliance/dpa)

Wegen des Verdachts der Gründung einer kriminellen Vereinigung von mutmaßlichen Rechtsextremisten hat die Polizei mehr als 30 Objekte in mehreren Bundesländern durchsucht. Der Schwerpunkt dabei lag in Brandenburg, speziell im Raum Cottbus. Ein Sprecher der Brandenburger Polizei bestätigte auch Durchsuchungen in Berlin, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen. Die Einsatzkräfte durchkämmten Büros, Gewerberäume und Wohnungen.

Festnahmen gab es nach Angaben des Sprechers zunächst nicht. "Es wurden keine Haftbefehle vollstreckt"» Der Verdacht lautet den Angaben zufolge auf Bildung einer kriminellen Vereinigung und richtet sich gegen etwa 20 Menschen aus der Hooligan-, Kampfsport- und rechtsextremen Szene. "Grundlage sind Durchsuchungsbeschlüsse des Amtsgerichts Cottbus", sagte der Sprecher. Laut "Bild"Zeitung soll es sich bei den Verdächtigen um Mitglieder der Ultra-Gruppierung "Inferno Cottbus 99" aus dem Umfeld des Fußball-Vereins Energie Cottbus handeln.

"Wir haben Probleme mit Rechtsextremismus und den Strukturen", sagte ein Sprecher der Stadt Cottbus, Jan Gloßmann. Nun sollten zunächst die Ergebnisse der Durchsuchungen ausgewertet werden. Der Einsatz soll voraussichtlich bis in den Nachmittag andauern. Zu möglichen Ergebnissen der großen und zusammen mit dem Landeskriminalamt lange geplanten Aktion wollen die Behörden morgen informieren.

Der Raum Cottbus ist aus Sicht des Verfassungsschutzes der "Hotspot" des Rechtsextremismus in Brandenburg. "Es ist für uns als Verfassungsschutz ein toxisches Gebilde", sagte der Referatsleiter Öffentlichkeitsarbeit des Verfassungsschutzes Brandenburg, Heiko Homburg, Anfang des Jahres dem Rundfunk Berlin-Brandenburg. Das rechtsextremistische Potenzial liege im Raum Cottbus bei etwa 400 Personen, in Cottbus selbst bei 170, sagte Verfassungsschutzchef Frank Nürnberger im Februar. Die rechtsextreme Szene sei vielschichtig. Sie reiche vom Rockermilieu über die Türsteher-Szene bis hin zu Teilen des Security-Gewerbes. Wirtschaftliche Grundlage für Mitglieder der Szene sind zum Beispiel Tattoo-Studios oder Shops, die rechte Modelabel oder Fitnesspräparate verkaufen.

Quelle: n-tv.de, jwu/dpa

Mehr zum Thema