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Direkter Nachschubweg gekappt Rebellen vertreiben IS von türkischer Grenze

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Seit Beginn der Operation "Schutzschild Euphrat" überqueren türkische Panzer immer wieder die Grenze zu Syrien.

(Foto: AP)

Zwei Jahre lang kontrolliert der Islamische Staat mehr oder weniger große Abschnitte des türkisch-syrischen Grenzgebiets. Syrische Rebellen vertreiben sie nun aus den letzten Dörfern, unterstützt von der Türkei. Dem IS fehlt damit der Nachschubweg.

Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat mit der Vertreibung aus mehreren Dörfern an der syrisch-türkischen Grenze ihre letzte Verbindung zur Außenwelt verloren. Von türkischen Panzern und Kampfflugzeugen unterstützte syrische Rebellen hätten die letzten Gebiete des Islamischen Staates an der Grenze zur Türkei erobert, berichtete die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Der IS hatte die Region seit mindestens zwei Jahren kontrolliert. Damit ist der letzte direkte Nachschubweg der Terroristen gekappt.

Die staatliche türkische Nachrichtenagentur Anadolu sowie Rebellengruppen bestätigten die Angaben. Anadolu berichtete, die Freie Syrische Armee (FSA) habe den IS mit Unterstützung des türkischen Militärs von der syrisch-türkischen Grenze vertrieben. Die FSA kontrolliere nun den Grenzstreifen von Dscharablus im Osten bis nach Asis im Westen.

"Zwischen Asas und Dscharabulus wurde unsere 91 Kilometer lange Grenze komplett gesichert", sagte der türkische Ministerpräsident Binali Yildirim in einer Fernsehansprache während eines Besuchs in der Kurdenmetropole Diyarbakir im Südosten der Türkei. "Alle Terrororganisationen wurden verdrängt und sind fort."

Erneute türkische Luftschläge

Nach dem Einmarsch in Dscharablus am Ende August waren am Samstag 20 türkische Panzer nordöstlich von Aleppo auf syrisches Territorium vorgestoßen, um die Rebellen zu unterstützen. Die türkische Luftwaffe habe in der Nacht zu Sonntag zudem erneut Angriffe in dem Gebiet geflogen.

Die Militäroperation "Schutzschild Euphrat" richtet sich dabei auch gegen die syrische Kurdenmiliz YPG, die von Ankara als terroristisch eingestuft wird. Die türkische Armee geht gegen die Kurden in der Region vor, weil Sie vermeiden will, dass diese ihre Gebiete südlich der Grenze vereinen. Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan bekräftigte beim G20-Treffen in China, die Türkei werde niemals einen "Terror-Korridor" an ihrer Südgrenze zulassen.

Seit einigen Tagen herrscht aber faktisch eine Waffenruhe zwischen Kurden und Türken. Die Kurden gelten als effizienteste Kämpfer gegen die Terrormiliz IS und vertrieben die Terroristen in den vergangenen zwei Jahren aus den meisten Gebieten an der Grenze. Der IS ist auch an anderen Fronten seines selbsternannten Kalifats schwer unter Druck.

Premier Yildirim kündigte zudem ein Förderpaket in Milliardenhöhe für den vom eskalierenden Kurdenkonflikt schwer betroffenen Osten und Südosten des Landes an. Die Regierung werde zehn Milliarden Lira (3 Milliarden Euro) in die Region investieren, sagte er. Yildirim versprach 80 neue Fabriken sowie 40.000 Arbeitsplätze und kündigte Investitionen im Verkehrs-, Energie- und Infrastrukturbereich an. Außerdem sollten neue Krankenhäuser, Schulen, Flughäfen und Sportstadien entstehen. Im Sommer vergangenen Jahres brach eine Waffenruhe mit der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK zusammen. Seitdem eskaliert der Konflikt wieder.

Quelle: n-tv.de, mli/dpa

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