Politik

Flüchtlinge bewusstlos geprügelt Rechtsgesinnte sollen lange ins Gefängnis

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Kevin A., Dominik T., Aron C., David M. und Max W. (l.-r.) warten auf den Beginn ihres Prozess.

(Foto: dpa)

Aus purem Ausländerhass prügeln vier junge Männer auf drei Flüchtlinge ein, bis diese bewusstlos liegenbleiben. Die Staatsanwaltschaft stellt eine besonders schwere Schuld fest und fordert lange Haftstrafen für die Täter.

Die Staatsanwaltschaft hat mehrjährige Haftstrafen für vier junge Männer gefordert, die einen Asylbewerber im nordrhein-westfälischen Kreis Heinsberg bewusstlos geprügelt haben sollen. Die 18 und 19 Jahre alten Männer hätten aus Ausländerhass zugeschlagen, sagte Staatsanwältin Ulrike Politzer vor dem Jugendschöffengericht. "Wir müssen die besondere Schwere der Schuld feststellen", begründete sie die geforderten Haftstrafen nach dem Jugendstrafrecht. Die Jugendgerichtshilfe hatte für die "Mitläufer" der rechten Szene Jugendstrafen mit "Warnschussarrest" befürwortet.

Die vier Männer sollen auf drei Flüchtlinge an einer Bushaltestelle im Kreis Heinsberg eingeschlagen haben, unter anderem mit einem Teleskopschlagstock. Als eines der Opfer zu Boden ging, soll ihm einer der Angeklagten mit seinem Stahlkappen-Schuh gegen den Kopf getreten haben.

Einem fünften Angeklagten konnte die Beteiligung nicht nachgewiesen werden. Aber auch für ihn forderte die Anklage eine Haftstrafe wegen Beihilfe zur gefährlichen Körperverletzung an einem Asylbewerber in einem anderen angeklagten Fall.

Die Verteidiger forderten mildere Strafen oder Freispruch. Auch für den Vater, der seinen Sohn zu der Prügelei gefahren haben soll, forderte die Anklage Freispruch.

Quelle: n-tv.de, ppo/dpa

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