Politik

Wohngeldbezieher wird es freuen Regierung plant einmaligen Heizkostenzuschuss

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Zuletzt waren vor allem die Kosten für Strom und fürs Heizen explodiert.

(Foto: picture alliance / BARBARA GINDL / APA / picturedesk.com)

Die Heizkosten explodieren seit einiger Zeit förmlich. Das kommt gerade Geringverdienern teuer zu stehen. Die Bundesregierung will mit einem einmaligen Zuschuss aushelfen. Der soll noch im Sommer gezahlt und daher möglichst bald im Parlament beschlossen werden.

Wohngeldbezieher sollen wegen der hohen Heizkosten einen einmaligen Zuschuss von mindestens 135 Euro bekommen. Das geht aus einem Gesetzentwurf des neuen Wohnungsministeriums hervor, der am Montag an Länder und Verbände verschickt wurde. Der Kabinettsbeschluss sei für "Ende Januar, Anfang Februar" geplant, sagte eine Sprecherin des Bundesbauministeriums. Der nötige Gesetzentwurf solle "zeitnah" in die Ressortabstimmung gegeben werden.

Wer allein wohnt, soll 135 Euro bekommen. Bei zwei Menschen im Haushalt sind es 175 Euro. Für jeden weiteren Mitbewohner sind 35 Euro vorgesehen. Die Hilfe sollen rund 710.000 Haushalte bekommen, die zwischen Oktober 2021 und März 2022 Wohngeld bezogen haben oder beziehen. Insgesamt soll der Zuschuss den Bund rund 130 Millionen Euro kosten.

Verbraucherschützer: Zuschuss zu gering

Bauministerin Klara Geywitz hatte angekündigt, dass der Zuschuss im Sommer ausgezahlt werden soll - bevor die Betriebskostenabrechnungen mit den Heizkosten für den Winter in den Briefkästen landen. Damit setzt das Ministerium ein Versprechen aus dem Koalitionsvertrag um.

Der Chef der Verbraucherzentrale Bundesverbands (VZBV), Klaus Müller, kritisierte, dass die geplante Höhe des einmaligen Zuschusses mit 135 Euro für eine Einzelperson "deutlich zu niedrig" angesetzt sei. Er mahnte angesichts dieser Entwicklung "Erste-Hilfe-Sofortmaßnahmen" wie einen Heizkostenzuschuss für ärmere Haushalte an. Nötig seien überdies "grundsätzliche Entscheidungen, um die Preiskrise der fossilen Energien zu lösen", sagte er der "Passauer Neuen Presse". Die größte Sorge der Verbraucherinnen und Verbraucher zu Jahresbeginn seien die Lebenshaltungskosten - "ganz eindeutig".

Gut 1000 Euro mehr im Jahr

Die Heizkostenpauschale ist Teil des Wohngelds, das an Haushalte mit niedrigem Einkommen ausgezahlt wird. Zuletzt waren vor allem die Kosten für Strom und fürs Heizen explodiert. Die privaten Haushalte sind in diesem Winter von enorm gestiegenen Heizkosten belastet. Laut einer Berechnung des Vergleichsportals Verivox müssen sie bei Gas für den Zeitraum von September bis Dezember durchschnittlich 54 Prozent mehr zahlen als ein Jahr zuvor. Für Haushalte mit Ölheizung dürften die Preise demnach sogar um durchschnittlich 99 Prozent steigen.

Laut dem Portal Check24 haben die Gasgrundversorger bereits in 1066 Fällen die Preise erhöht oder Preiserhöhungen angekündigt. Allein im neuen Jahr heben sie demnach in 708 Fällen die Preise an; im Durchschnitt betragen die Preiserhöhungen 71,2 Prozent und betreffen gut 3,6 Millionen Haushalte. Für einen Musterhaushalt mit einem Verbrauch von 20.000 Kilowattstunden (kWh) bedeute das "zusätzliche Kosten von durchschnittlich 1078 Euro pro Jahr", erklärte das Portal.

Quelle: ntv.de, als/AFP/dpa

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