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Kabinett beschließt Prämie Regierung zahlt bis zu 3000 Euro pro Azubi

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Wirtschaftsminister Altmaier sieht die Ausbildungsprämie als Investition in die Zukunft.

(Foto: picture alliance/dpa)

Das Bundeskabinett nimmt Geld in die Hand, um in der Pandemie Ausbildungsplätze zu sichern. Betriebe, die trotz Krise ausbilden, erhalten eine Pro-Kopf-Prämie. Wer Azubis aus insolventen Betrieben übernimmt, bekommt die Hälfte mehr.

Das Bundeskabinett hat neue Hilfen zur Sicherung von Ausbildungsplätzen in Zeiten der Corona-Pandemie auf den Weg gebracht. Betriebe, die trotz erheblicher wirtschaftlicher Schwierigkeiten weiter ausbilden, sollen dafür finanzielle Unterstützung bekommen. "Mit der Ausbildungsprämie machen wir deutlich: Wir kämpfen um jeden Ausbildungsplatz", erklärte Bundesarbeitsminister Hubertus Heil.

Mit dem Bundesprogramm "Ausbildungsplätze sichern" sollen kleine und mittlere Unternehmen (KMU) mit bis zu 249 Beschäftigten zeitlich befristet Unterstützung erhalten, damit sie ihre Ausbildungsaktivitäten aufrechterhalten. "Junge Menschen müssen auch im Corona-Jahr 2020 eine berufliche Perspektive haben", erklärte SPD-Politiker Heil. "Schließlich sind die Auszubildenden von heute die Fachkräfte von morgen."

Konkret sollen Unternehmen, die ihre Ausbildungsleistung im Vergleich zu den drei Vorjahren aufrechterhalten, mit einer einmaligen Ausbildungsprämie in Höhe von 2000 Euro für jeden für das Jahr 2020 abgeschlossenen Ausbildungsvertrag gefördert werden. KMU, die ihre Ausbildungsleistung erhöhen, erhalten für jeden zusätzlich abgeschlossenen Ausbildungsvertrag einmalig 3000 Euro. Außerdem sollen Unternehmen, die Azubis aus pandemiebedingt insolventen Betrieben bis zum Abschluss ihrer Ausbildung übernehmen, je Auszubildendem eine Prämie von 3000 Euro bekommen.

Zur Vermeidung von Kurzarbeit sollen zudem Unternehmen, die trotz eines erheblichen Arbeitsausfalls von mindestens 50 Prozent ihre Ausbildungsaktivitäten fortsetzen, mit 75 Prozent der monatlichen Brutto-Ausbildungsvergütung gefördert werden.

Nach Angaben des Bundeswirtschaftsministeriums stellt die Bundesregierung für das Programm in den Jahren 2020 und 2021 bis zu 500 Millionen Euro bereit. "Nach ihrer Ausbildung werden diese jungen Menschen dazu beitragen, dass Wirtschaft und Wohlstand in Deutschland wieder wachsen", erklärte Wirtschaftsminister und CDU-Politiker Peter Altmaier. "Sicherer und gewinnbringender können wir als Bundesregierung unser Geld gar nicht anlegen."

Quelle: ntv.de, jkl/AFP