"Mit Flaschen angegriffen"Reporterteam bei Protesten gegen AfD-Parteitag attackiert

Tausende protestieren in Erfurt gegen den AfD-Parteitag. Trotz Blockaden bleibt die Stimmung meist friedlich – doch es gibt auch Zwischenfälle mit dem Reporterteam einer rechtskonservativen Plattform.
Bei Protesten gegen den AfD-Bundesparteitag in Erfurt sind mehrere Journalisten verletzt worden. Ein Reporterteam des rechtskonservativen Portals "Apollo News" sei von Demonstranten attackiert worden, berichtete das Portal. Der Chefredakteur schrieb auf der Plattform X, einem seiner Mitarbeiter sei dabei gegen den Hinterkopf getreten worden.
"Angriffe auf Journalistinnen und Journalisten werden von uns konsequent verfolgt", teilte die Polizei mit. Es sei während des Einsatzes zu Übergriffen gekommen, "insbesondere auf Livestreamer", erklärte ein Sprecher. Für Pressevertreter stünden Medienschutzteams bereits, zudem gebe es eine Medienhotline, bei der entsprechende Vorfälle angezeigt werden könnten. "Wir gehen jedem Hinweis nach", hieß es.
Die "Bild"-Zeitung berichtet von jagdähnlichen Szenen. Auf Videos im Nachrichtendienst X ist zu sehen, wie die Reporter von "Apollo News" zunächst von einer kleinen Gruppe Demonstrierender geschubst und vertrieben werden. Nach einigen Minuten passieren die Journalisten einen größeren Pulk an Menschen. Die Demonstrierenden beginnen, den Reportern hinterherzurennen. "Wir können sagen, dass der Vorfall von uns aufgenommen wurde. Die Betroffenen wurden nach ersten Erkenntnissen aus der Masse mit Flaschen angegriffen", sagte eine Polizeisprecherin der Zeitung. "Die Ermittlungen haben jetzt begonnen. Eine für den Einsatz eigens gebildete Ermittlungsgruppe wird sich damit befassen."
Zuvor hatte die Polizei berichtet, dass zwei Journalisten durch Flaschenwürfe aus einer Versammlung heraus verletzt worden seien. Ein Journalist wurde demnach mit einem Krankenwagen zur weiteren Behandlung weggebracht. Die Polizei machte zunächst keine Angaben dazu, für welches Medium die Reporter arbeiteten.
An den verschiedenen Versammlungen und Protestaktionen hatten sich im Tagesverlauf insgesamt knapp 31.000 Menschen beteiligt. Bis zum Abend wurden laut Polizei 48 Straftaten sowie elf Ordnungswidrigkeiten registriert. In einem Fall habe es einen Verdacht des schweren Landfriedensbruchs gegeben.