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Eine geschlechterneutrale Anpassung der Nationalhymne "täte gar nicht weh", meint Kristin Rose-Möhring.
Eine geschlechterneutrale Anpassung der Nationalhymne "täte gar nicht weh", meint Kristin Rose-Möhring.(Foto: imago/Jens Jeske)
Sonntag, 04. März 2018

"Vaterland" und "brüderlich"?: Rose-Möhring will Deutschlandlied ändern

Länder wie Österreich und Kanada haben ihre Nationalhymnen geschlechterneutral umgeschrieben. Deutschland sollte das auch tun, findet die Gleichstellungsbeauftragten im Bundesfamilienministerium. Im Vorfeld des Frauentags legt Rose-Möhring ihre Vorschläge vor.

Anlässlich des Internationalen Frauentags am 8. März fordert die Gleichstellungsbeauftragte des Bundesfamilienministeriums, Kristin Rose-Möhring, eine Änderung des Texts der Nationalhymne. Aus "Vaterland" solle "Heimatland" werden, aus der Zeile "brüderlich mit Herz und Hand" solle "couragiert mit Herz und Hand" werden, zitiert die "Bild am Sonntag" aus einem Schreiben der Ministeriumsbeauftragten.

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"Warum gendern wir nicht unsere Nationalhymne, das Deutschlandlied?", zitiert die Zeitung aus dem vor dem Wochenende per Hauspost verschickten Brief. "Täte gar nicht weh, oder? Und passt zudem auch zum neuen Bundesministerium des Innern und für Bau und Heimat", argumentiert Rose-Möhring in dem Schreiben in Anspielung an Horst Seehofers Forderung nach einem Heimatressort.

In dem Rundbrief, den die Frauenbeauftragten alle sechs Wochen an die Mitarbeiter des SPD-geführten Ministeriums schickt, verwies die Gleichstellungsbeauftragte auf geschlechterneutrale Hymnen anderer Länder. So wurde etwa die österreichische Hymne geändert, in der die Zeile "Heimat bist du großer Söhne" zum paritätischen "Heimat großer Töchter und Söhne" umgeschrieben wurde. Auch Kanada hat kürzlich eine Änderung seiner Nationalhymne in geschlechtsneutrale Sprache beschlossen.

"Lied der Deutschen"

Rose-Möhring ist seit 2001 Gleichstellungsbeauftragte im Bundesfamilienministerium und Vorsitzende des interministeriellen Arbeitskreises der Gleichstellungsbeauftragten der obersten Bundesbehörden. 2012 klagte sie vor dem Berliner Verwaltungsgericht, weil die damalige Ministerin Kristina Schröder im Alleingang drei Spitzenposten im Haus an Männer vergeben hatte. Das Gericht gab Rose-Möhring Recht.

Das Bundesinnenministerium zählt die Nationalhymne neben der Bundesflagge und dem Bundesadler im Wappen zu den wichtigsten Symbolen der Bundesrepublik Deutschland. Der Text basiert auf dem "Lied der Deutschen", einem im Jahr 1841 von Hoffmann von Fallersleben verfassten Gedicht. Gesungen wird nur die dritte Strophe. Die Melodie folgt dabei einer Komposition von Joseph Haydn (1732 - 1809), der die Noten bereits im Januar 1797 zu dem Text "Gott erhalte Franz, den Kaiser" schrieb.

Quelle: n-tv.de