Politik

Proteste in La PazRubios Vize sieht in Bolivien "Putsch" von "unheiliger Allianz"

20.05.2026, 06:29 Uhr
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Einige-Gruppen-protestierten-gegen-die-steigenden-Lebenshaltungskosten-und-fordern-Lohnerhoehungen-andere-wollen-den-Ruecktritt-des-Praesidenten-erreichen
Demonstranten in La Paz. (Foto: picture alliance/dpa)

Seit Tagen eskalieren Proteste gegen die Regierung in Boliviens Hauptstadt La Paz. Bauern und Indigene fordern den Rücktritt des Mitte-rechts-Präsidenten Paz. Der US-Regierung missfällt dies.

US-Vizeaußenminister Christopher Landau hat die Proteste gegen den bolivianischen Präsident Rodrigo Paz als einen Umsturzversuch bezeichnet. "Das ist ein Putsch, der von dieser unheiligen Allianz zwischen Politik und organisierter Kriminalität in der gesamten Region finanziert wird", sagte Marco Rubios Stellvertreter Landau in Washington. Paz sei in einem demokratischen Prozess zum Präsidenten gewählt worden. "Und nun blockieren gewalttätige Demonstranten die Straßen. Wir alle sollten darüber sehr besorgt sein."

Am Montag war es in der bolivianischen Verwaltungshauptstadt La Paz zu gewaltsamen Zusammenstößen zwischen Demonstranten und der Polizei gekommen. Tausende Bauern, Bergleute, Lehrer, Arbeiter und Angehörige indigener Gemeinschaften forderten den Rücktritt des Mitte-rechts-Präsidenten Paz sowie höhere Löhne, wirtschaftliche Stabilität und ein Ende von Privatisierungen.

Demonstrant kommt ums Leben

La Paz ist seit mehr als zwei Wochen durch Straßenblockaden weitgehend vom Rest des Landes abgeschnitten. Am Samstag war bei Zusammenstößen im Zuge der Blockaden ein Demonstrant ums Leben gekommen. Eine Delegation der EU und fünf europäische Botschaften riefen in einer gemeinsamen Erklärung zum Dialog auf.

Bolivien steckt in der schwersten Wirtschaftskrise seit vier Jahrzehnten. Die Jahresinflation erreichte im April 14 Prozent. Staatschef Paz hatte nach seinem Amtsantritt im vergangenen November die seit rund zwei Jahrzehnten bestehenden Treibstoffsubventionen gestrichen, die die Dollarreserven des Landes stark belastet hatten. Wegen der eskalierenden Proteste in Bolivien hatten Banken in der Hauptstadt La Paz am Dienstag vorübergehend Filialen geschlossen.

Mit seinem Wahlsieg hatte Paz zwei Jahrzehnte sozialistischer Regierungen in Bolivien beendet, die unter dem indigenen Politiker Evo Morales begonnen hatten. Seitdem näherte sich das südamerikanische Land wieder an die USA an. Die Regierung macht Verbündete des ehemaligen linken Präsidenten Evo Morales für die Blockaden verantwortlich.

Quelle: ntv.de, mpe/AFP/rts

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